Dienstag, 1. Januar 2019

2019


2018 ist Geschichte.
Schöne Geschichte?
Naja, im nachhinein kann man sich natürlich vieles schönreden.
Also Schwamm drüber, davon profitieren alle am meisten .
Vor allem jene, die uns permanent einzureden versuchen, daß jede wahrgenommene Verschlechterung in Wahrheit eine Verbesserung und unsereins bloß zu ängstlich oder zu dumm sei, um das zu erkennen.

Es liegt wohl in der Natur der Sache, mit zunehmenden Alter die Erwartungen an die Menschheit etwas kleiner zu halten, weiß man doch um das wahre Potenzial derselben dank eigener Erfahrungen schon etwas besser Bescheid.
Wie bemerkte schon der gute alte Nestroy im vorvorigen Jahrhundert  –

Der Mensch is' gut, aber die Leut' san a G'sindel!


Das gilt nach wie vor.
Und als einzelner Mensch muß man wohl oder übel mit dem G’sindel leben.
Man kann versuchen, sich dem G’sindel zu entziehen, manche probieren sich das G’sindel zu Nutze zu machen, es zu manipulieren, es aufzuwiegeln, umzuerziehen, zu besänftigen oder einfach ruhig zu halten. Und das Frappante – die Leut erwarten sich gar nichts anderes als eben genau das: 
Unhinterfragt in die vorgegebene Richtung zu gehen und nötigenfalls diejenigen, die diesen lemmingartigen Stumpfsinn anmerken, als Störenfriede, Spalter und Unruhestifter zu diskreditieren.
Manche sind es vielleicht sogar.
Aber viele wollen sich einfach nicht mehr einem allgemeinen Wohlfühlzwang unterwerfen.
2019 wird sich vermutlich nicht viel ändern.
Die schöne Blase darf nicht platzen.
Und wenn sie platzt, hat nicht der Mensch schuld sondern das G’sindel, genau jenes, das man sich für diesen Zweck so schön warm gehalten hat.

Ich wünsche allen Lesern ein erfolgreiches und gutes Neues Jahr 2019, Gottes Segen und Gesundheit, auch die Gesundheit des Geistes und des Charakters, auf daß man ein guter Mensch und nicht zum praktischen G’sindel werde!