Samstag, 16. Juni 2018

Der Bürgermeister von Bad Gastein….



…. Herr Gerhard Steinbauer (ÖVP) meint, daß in unserer Zeit ein katholischer Firmunterricht, in welchem Gebote der katholischen Kirche vermittelt werden, nicht mehr zeitgemäß wären.
Dreimal darf man raten, um welches Gebot es hier geht aber man weiß es natürlich sofort, daß es ausschließlich um Homosexualität gehen kann.
Was ist passiert?
Eltern von zu firmenden Kindern haben sich offenbar nach Durchsicht des Unterrichtsmaterials nicht (!) beim unterrichtenden Pfarrer sondern beim Bürgermeister der Gemeinde beschwert, daß bei den  “Vier zum Himmel schreienden Sünden” eben auch Homosexualität aufgelistet sei.
Wer regelmäßig zur Kirche geht, den Katechismus im Religionsunterricht gelehrt bekommen hat (auch so ein Problem unserer Tage, daß man ja in der Religionsstunde alles mögliche erfährt und aufgetischt bekommt, aber nur sehr wenig über den Katholizismus), dann wüßten sowohl die Firmlinge als auch deren Eltern, was Sache ist. Die (traurige) Realität zeigt aber allzu oft, daß der Firmunterricht nach langer Zeit das erste Wiedersehen nach der Erstkommunion ist und nach der Firmung, die ja Vorraussetzung für eine kirchliche Eheschließung ist, der nächste Kontakt mit der Kirche erst wieder beim Eheseminar stattfinden wird. Wenn Eltern von Firmkindern schon  einen derartigen “katholischen Bildungsweg” durchlaufen haben, dann ist es selbstverständlich nicht verwunderlich, daß sie nicht mit dem betroffenen Priester gesprochen haben, sondern zum Herrn Bürgermeister, einem vermeintlichen Oberlehrer gerannt sind, der mit seiner Aussage im ORF ja auch nicht gerade gezeigt hat, daß er ein kompetenter, geschwiege denn ein zuständiger Ansprechpartner wäre.
Und so geht die Anschwärzungskette weiter bis zum Erzbischof und letztlich zum ORF, der sich der Sache nun genauso inkompetent wie voreingenommen annimmt, den Erzbischof  zu einem Interview einlädt, ihn aber dann so gut wie gar nicht zu Wort kommen läßt und den durchschnittlichen TV-Konsumenten, der wahrscheinlich ebensowenig um die Lehren und Dogmen der katholischen Kirche Bescheid weiß, wie die Moderatorin selbst, ratlos und (hoffentlich!?) empört über soviel Unzeitgemäßheit zurückläßt.
Liebe Leute aus Bad Gastein oder auch von sonstwo: Sobald ihr eure Kinder taufen laßt, solltet ihr und der Taufpate schon wissen, worum es bei der Taufe geht und wenn ihr eure Kinder zur Erstkommunion schickt, sollten sowohl die Kinder als auch ihr, die Eltern, ein Minimalwissen über Eucharistie haben, wenn nicht, dann beschwert euch bei eurem Religionslehrer über mangelnde Katechese.
Wer zur Firmung geht, sollte seinen Katechismus kennen und bereits wissen, daß homosexuelle Menschen nicht verurteilt werden, aber homosexuelle Handlungen eine Sünde sind. Ja! Ich habe das Unwort dieser Tage verwendet : Sünde.
Und lieber ORF Salzburg: Wenn ihr jemanden in eure Pemperl Landessendung einladet, dann berechnet halt genügend Zeit für ein sinnvolles Statement des Eingeladenen ein. Es ist überdies auch nicht sehr schlau, dem Studiogast in der ohnehin knapp bemessenen Zeit auch noch ständig ins Wort zu fallen, damit dieser ja nichts sagen kann, was einem nicht in den politisch korrekten Kram paßt.
Und zuletzt: Lieber Bürgermeister von Bad Gastein: Sich hier überhaupt zuständig zu fühlen und dann im ORF angepatzt dreinzuschauen, weil der Erzbischof nicht gleich reagiert hat, wenn so ein Dorfkaiser seine Unzuständigkeit demonstriert, zeugt auch nicht gerade von diplomatischem Gespür oder gar mediatorischen Fähigkeiten.
Wie auch immer, hier wurde eindrucksvoll demonstriert, wie man eine an sich leicht zu (er)klärende Problematik  unnötig aufgebläht, verkompliziert und zu vermeintlicher Sensation bis in die Medien getrieben hat.
Im ORF–Bericht  kündigt man uns jetzt an, daß sich die “Aufregung” nicht so rasch legen wird, na dann ….

Ich hoffe, jetzt ist den besorgten  Eltern leichter?






Kommentare:

  1. Studiogespräch mit EB Lackner oder: Wie man vor unangenehmen Fragen einknickt.
    Armselig.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Wobei man sagen muß, daß die Moderatorin ihn auch nicht hat ausreden lassen. Und dann noch die Tatsache, daß man eine Frage zur Kirchenlehre stellt und dann meint, der Erzbischof solle "als Mensch" antworten. Der ORF hat sich jedenfalls genauso ein Armutszeugnis ausgestellt, wie der Bürgermeister.

      Löschen
    2. Es hätte doch genügt, der Welt zu sagen, dass z.B. homosexuelle Akte, also Geschlechtsverkehr zwischen Männern, für die katholische Kirche eine zum Himmel schreiende Sünde ist. Dann kann sich die Moderatorin daran ja abarbeiten, wie sie es für richtig hält. Es ist die Zeit der uneingeschränkten Wahrheit. Selbst Papst Franziskus hat homosexuelle Verbindungen nicht als Familie bezeichnet. Über den hl. Paulus brauchen wir ja gar nicht zu reden. Es ist die Zeit, die Wahrheit knallhart und punktgenau zu formulieren. Zu lange wird um den heißen Brei herum geredet.

      Löschen
    3. Ja, Sie haben vollkommen recht. Diese einfache Wahrheit wäre genug gewesen - die daraus resultierenden "ans Kreuz mit ihm" - Rufe wollte der Erzbischof vmtl tunlichst vermeiden. Daß man in letzter Zeit auch vom Papst andere Töne vernimmt, ist bis nach Salzburg noch nicht durchgedrungen.

      Löschen