Freitag, 11. Mai 2018

Gestern …



….zu Christi Himmelfahrt, mitten im feierlichen Hochamt, habe ich verspürt, wie das ist, wenn man von einem Heiligen Zorn erfaßt wird.
War die Freude über eine Eucharistiefeier mit Weihrauch, einem lieben alten Pfarrer als Konzelebranten zuerst noch groß, so wurde sie nur leicht durch die Mitwirkung des sich bereits öfter in  - nun sagen wir es milde- übereifriger Manier “einbringenden” Diakon getrübt, aber dann Dank eben dieses Diakons, dem man gestattete, sich diesmal in der Predigt einzubringen sogleich nach den ersten Sätzen in o.e.  Heiligen Zorn umgewandelt.
Christi Himmelfahrt – was könnte man da alles sagen und predigen, theologisch, katholisch fundiert.
Nichts dergeleichen!
Angefangen wurde mit Matthias Strolz (der eben zurückgetretene Chef der Neos!) bis zu  - man faßt es nicht – Karl Marx, der ja eigentlich ein großartiger Mensch und Denker gewesen sei und nichts dafür kann, daß seine Philosophie so schändlich mißgedeutet worden sei.
Auch ein  Zitat des Heiligen Vaters, daß die Wirtschaft töte, wurde mit sonorer Stimme, denkender Stirnfalte und stetem Blickkontakt zum Kirchenvolk eingeflechtet und schließlich landete der Herr Diakon noch bei Martin Luther King, weil alle diese drei genannten, seiner bescheidenen Einschätzung nach, irgendwie etwas mit Jesus Christus gemein hätten, nämlich, die Fähigkeit prophetisch zu sein.
Wäre ich evangelisch, geschieden und wiederverheiratet, wäre ich gestern mit den Segnungen eines Kardinal Marx ( der in letzter Zeit ebenfalls immer unangenehmer in Erscheinung tritt) selbstverständlich zur Hl. Kommunion gegangen.
Indem ich aber immer noch an die Hl. Eucharistie glaube und daß man für ihren Empfang würdig im Sinne der immer noch geltenden katholischen Kirchenlehre sein sollte, habe ich es vorgezogen, in meiner durch den Diakon herbeigeführten Gemütslage freiwillig auf den Leib des Herrn zu verzichten.
Doch ich frage mich seit gestern, was ist in den vergangenen Jahren passiert, daß ein immerhin geweihter Diakon in Anwesenheit zweier Priester einen derartigen Schwachsinn verzapft, daß man eigentlich sofort aufstehen müßte, um ihn wieder zur Vernunft zu bringen?
Vernunft und Wahrheit wurden m.E. von diesem Diakon gestern schmählich verraten, nur damit er selbst eine  - wie er zu meinen scheint- volksnahe Rede schwingen kann, die vielleicht einem politischen Programm gerecht wird, einer parteipolitischen Strömung gefallen könnte und bei ewiggestrigen Kummerln (österreichische Bezeichnung für Kommunisten) viel Applaus gefunden hätte.
Habe ich den Mut gehabt gestern noch hinzugehen und den Herrn Diakon ins Gespräch zu nehmen?
Nein, ich war zu erbost, das hätte nichts gebracht.
Noch dazu zeigt sich bei mir schön langsam eine Resignation, was die Zukunft der katholischen Kirche anbelangt.
Es kommen jetzt offenbar immer mehr Dinge und Kräfte ans Walten, die bisher im Verborgenen und subversiv, aber anscheinend doch erfolgreich gewerkt, geschürt und zerstört haben.
Wie ich mich kenne, werde ich sicher einen der beiden Priester bei sich bietender Gelegenheit befragen, ob die Heiligsprechungsverfahren für Strolz und Marx (den Kummerl) schon eingeleitet worden sind.
Neoliberalismus und Kommunismus werden 2018 in einem katholischen Gottesdienst mit positiven Argumenten untermauert – Herr wir sind nicht würdig, aber sprich nur ein Wort….

Trauriger Putto 2



Kommentare:

  1. Während solcher "Predigten" darf man auch ruhig mal eine kleine Auszeit VOR der Kirche nehmen.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, da hilft nur Boykott. Aufstehen und demonstrativ weggehen.

      Löschen
  2. Ich kann jede Zeile Ihres Posts nachempfinden - möge uns Trost aus Christi Ankündigung kommen: "die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen"!

    In der Tagespost kommentiert ein Oliver Maksan den Kirchentag:

    "Die Prognose sei gewagt: Das Modell der Kirche, das sich dieser Tage in Münster mit Millionenmitteln feiert, hat keine Zukunft. Die Erneuerung des Katholischen wird von anderswoher kommen müssen. Und zwar unabhängig von Strukturreformen. Denn die Kirche hat von ihrem Herrn bereits alles, was sie auch in einer säkularen Umgebung braucht: die Wahrheit über Gott und den Menschen, die Sakramente, den Heiligen Geist."

    Es ist so. Von den Eliten - Kirche ebenso wie Politik, Universitäten und Presse - kann keine Rettung kommen, sie betütteln und bestärken sich nur noch gegenseitig in den Idealen einer vergangenen Zeit: als man von einer irdischen "herrschaftsfreien, egalitären Gesellschaft" träumte als konsequenter Weiterführung der glanzvollen Aufklärung. Die da jetzt selbst die Herrschaftsfunktionen innehaben, werden es nicht bemerken, wenn ihre Zeit abgelaufen ist, und im Kern ist sie es schon. Das Wort "Kirche von unten" wird denen, die sie jetzt proklamieren, noch sehr unangenehm werden, das wage ich vorherzusehen. Denn von unten werden Menschen kommen, die sich nach den Segnungen von oben sehnen und die kirchliche Hierarchie als Hüterin und Pflegerin des Heiligen wieder neu belebt sehen wollen.

    Wenn ich in Zürich in meiner Personalpfarrei Maximilian Kolbe die Heilige Messe in der außerordentlichen Form aufsuche, sind in den vorderen Reihen die älteren Beter, die es "noch" so haben wollen wie sie es von ganz früher kennen. Aber hinten wächst eine neue Generation nach, die sich angezogen fühlt von der Würde und dem heiligen Ernst, den die Messe in dieser Form ausstrahlt - die wollen es *wieder* so haben.

    Das folgende Zitat ziert die Webseite:

    " ... so hat sich inzwischen gezeigt, dass junge Menschen diese liturgische Form entdecken, sich von ihr angezogen fühlen und hier eine ihnen besonders gemäße Form der Begegnung mit dem Mysterium der heiligen Eucharistie finden." (Papst Benedikt XVI. in seinem Brief an die Bischöfe vom 07.07.07)

    AntwortenLöschen
  3. "kann keine Rettung kommen"

    Rettung? Brauchen wir nicht. In der selben Ausgabe der Tagespost, konnte man einen Leserbrief eines Jesuiten bestaunen, der an die "Allerlösung" glaubt. Alle werden dereinst beim Herrn im Hochzeitssaal sitzen, egal welche Kleidung sie auf Erden getragen haben. Und wehe dem, der die Leute heraus werfen sollte, der bekommt es mit den Jesuiten zu tun.

    AntwortenLöschen