Sonntag, 11. Februar 2018

Heute vor 5 Jahren…



…..setzte ich mich ahnungslos und gemütlich zum Mittagessen hin, es war ein Montag, Rosenmontag, das närrische Treiben trieb  langsam aber sicher auf den Höhepunkt zu und ich drehte die Nachrichten im Radio auf.
Allein, was ich da hörte, konnte, wollte oder mochte ich zunächst nicht glauben:
Die äußerst hektisch wirkende ORF Korrespondentin, Mathilde Schwabeneder aus Rom, berichtete irgendetwas von einem Rücktritt des Papstes!
Rücktritt –Papst BenediktXVI – das mußte ein Faschingsscherz sein, ein schlechter noch dazu.
Ich erinnere mich, daß ich sofort vom Tisch aufgestanden bin, zum PC ging und mir auf sämtlichen Nachrichtenkanälen ein und dieselbe Meldung quasi entgegenschrie:


Papst Benedikt der XVI verkündet seinen Rücktritt!



Es war also tatsächlich wahr, am Tag der ersten Erscheinung der Gottesmutter von Lourdes verkündet der Papst seinen Rücktritt mit Ende des Monats.
Am Welttag der Kranken, welcher von seinem Vorgänger, dem nunmehr Heiligen Johannes Paul II. 1993 eingeführt wurde entschloß sich zum zweiten mal in der Geschichte der Una Sancta, ein Papst zurückzutreten.

Der Februar 2013 war damals in religöser Hinsicht ein permanentes Wechselbad der Gefühle – ich wußte damals schon, daß dieser großartige Papst, Theologe und Kirchenlehrer Benedikt XVI aber auch der feinsinnige, oft so zerbrechlich und scheu  wirkende Mensch Joseph Ratzinger mir unheimlich fehlen würden, egal wer ihm nachfolgte – es würde alles anders werden, und so war, bzw. ist es auch, wie wir mittlerweile wissen.

Ich wußte, so klare theologische Aussagen, ein so rationelles und dennoch tief von Herzen gläubiges Lehramt würde ein Nachfolger wohl nicht fortsetzen können .
Ich ahnte jedoch nicht, was nun 5 Jahre später sein würde.
Die abendlichen Lichter im apostolischen Palast, welche seit Jahrzehnten den Römern und vielen Pilgern ein Zuversicht gebender Anblick geworden waren, weil man wußte, wer dort oben saß, betete oder noch arbeitete, sind erloschen.
Nach Sanctae Martha kann außer den Medien(!) niemand schauen und so gut wie niemand hinein.
Sollte es ein Auserwählter dorthin schaffen, begrüßt ihn angeblich ein Schild an der Tür, welches an Aussagekraft dem Poster eines aufmüpfigen Teenagers entspricht.

Gut, ich will nicht ins lamentieren kommen obwohl es, wenn ich die letzten 5 Jahre Revue passieren, den gelenkten und gut organisierten Mendienhype um das jetzige Pontifikat außen vor lasse, doch einiges zu betrachten und hinterfragen gäbe, das einem Katholiken einige Sorge bereiten sollte. Aber wie Insider und gut informierte Outsider wissen, ist es momentan besser, im Strom mitzuschwimmen; denn nichts ist schlimmer als eine rigide alte Jungfer, die schwätzt und korrupt ist und womöglich weiß, wie man das Credo betet.

Ja, er fehlt mir der zarte, weise Papst, der mit seiner Klugheit den Gläubigen der römisch katholischen Kirche ein immenses Spektrum an Vernunft und Wahrheit vermittelt und so viele Menschen auf dem Petersplatz gelehrt hat.
Nunmehr ist – aus welchen Gründen auch immer-  an vielen Sonntagen der Petersplatz geleert und die Wahrheit ist adaptierbar, ja sogar relativ geworden.

Ich freue mich immer, wenn ich Fotos unseres emeritierten Papstes sehe und erkenne, wie freundlich, wie demütig(!) und von welch innerer Ausgeglichenheit und Liebe seine gealterten Gesichtszüge geworden sind.

Wie hat Paul Badde im Vorwort seines letzten Buches geschrieben:

Ich vermisse ihn, seit das Licht in seinem Zimmer über dem Petersplatz am 28. Februar 2013 erloschen ist.


Dem ist nichts hinzuzufügen.


Benedikt mit Lourdes Madonna

 


letzter Angelus




Kommentare:

  1. Der Kapitän hat das sinkende Schiff verlassen!
    War das richtig?

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  2. Das Schiff sinkt nicht. Der neue Kapitän fährt bloß manchmal Richtung Eisberg. Wohin das führen wird, weiß nur Gott allein.

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