Mittwoch, 17. Januar 2018

Hl. Gregorius, bitte für uns!



Ich nehme mir zunehmends immer länger Zeit, bevor ich mir eine Meinung – wohlgemerkt Meinung und nicht Urteil(!) – zu konkreten Anlässen und Vorkommnissen bilde. 
Es kann zwar sein, daß ich auf Twitter schnell mal etwas rauslasse, aber eine abschließende Meinung dauert dann doch immer etwas länger.
So auch bei dieser vor einigen Tagen bekannt gewordenen, wahrhaft unseligen Angelegenheit um die Verleihung des Gregoriusordens an die niederländische Politikerin und Abtreibungsaktivistin Liliane Ploumen, von der man  ein Video sehen konnte, auf dem sie stolz und ausgesprochen süffisant einen ihrer Orden präsentiert, der ihr als Mitglied einer niederländischen Delegation vom Vatikan verliehen worden ist: Der Gregoriusorden
Es ist also wieder geschehen.
Nachdem Renate Brauner,  Wiener SPÖ Politikerin und ebenfalls aufrechte Abtreibungsbefürworterin bereits 2008 vom Wiener Kardinal Schönborn den selben Orden überreicht bekam , wundert mich eigentlich ohnehin nicht mehr viel. Höchstens, daß die bekannte Linksaktivistin und Massenabtreiberin Emma Bonino für unseren Heiligen Vater “zu den ganz Großen des heutigen Italiens gehört” und auf Betreiben der italienischen Caritas sogar zu einem Auftritt in einer Pfarrei eingeladen worden ist, wohingegen daraufhin protestierende Katholiken von der Veranstaltung ausgeschlossen und angeblich von der Polizei abgeführt worden sind.
Heute morgen habe ich einen Bericht auf dem von mir eigentlich sehr geschätzten Portal CNA Deutsch gefunden, der mir aber gelinde gesagt schon das Frühstück ein wenig versaut hat. Meint man dort doch tatsächlich, daß so mancher “brave Katholik” aufgrund des Vorgefallenen lediglich in voreilige falsche Hysterie verfallen sei, und legt das Augenmerk auf einen ganz anderen Aspekt:
»…Der Fall zeigt plastisch: Im Fall solcher Skandale pauschal die Sozialen Medien dafür zu verurteilen, greift viel zu kurz. Es kommt darauf an, wie man als Christ mit einem Skandalon umgeht, und was konkret gesagt wird. Das gilt nicht nur für den Fall von Frau Ploumen, sondern alle Ärgernisse, die zum Leben der Kirche gehören können, wie auch zum Leben als Christ in diesen bewegten Zeiten.
Wie auch immer: Die nicht nur christlichen Twitter- und Facebook-Erregungskurven schnellten weiter nach oben, bissige Kommentare und hitzigen Spekulationen wechselten einander noch heftiger ab, als der Fall dann weiter eskalierte…« 

Quelle

Wie jetzt?
Haltet den Dieb?
Der Überbringer der schlechten Botschaft….?
Nein, so einfach kann man es sich wohl nicht machen, bei aller christlichen Nächstenliebe!
Es war nicht das erste mal und es wird auch vermutlich nicht das letzte mal gewesen sein, daß hier im Vatikan jemand seine Hausaufgaben nicht gemacht hat; denn dieses fadenscheinige Entschuldigungsargument mit dem üblichen Ordensaustausch trifft ja beispielsweise auf die damalige Verleihung an Renate Brauner keineswegs zu und auch der niederländischen Delegation kann man einen gewissen Provokationswillen unterstellen, wenn sie mit Frau Ploumen im Vatikan auftritt und dort wider besseren Wissens und v.a. Gewissens dieses Ordenvergaberitual zuläßt, damit sich die vatikanisch geadelte Aktivistin später öffentlich darüber amüsieren kann.
Nein, ich sehe in meinem jetzigen Entsetzen über einen derartigen gravierenden Fehler in den zuständigen Gremien vatikanischer Büros keineswegs ungerechtfertigt nach oben schnellende Erregung.
Ich bin zutiefst betrübt, wie indolent, wie uneinsichtig und wie abgrundtief mißbräuchlich und schlampig nun schon zum mir bekannt zweiten mal  gearbeitet worden ist.
Und wenn auch der jetzt zuständige niederländische Kardinal bekannt gibt, nichts gewußt zu haben , so war es doch im Jahr 2008 der Wiener Kardinal höchstpersönlich, der den Orden sehr zum Gaudium der linken Postille Standard überreicht hatte und auch das bleibt mir bis heute vollkommen unverständlich.