Freitag, 8. Dezember 2017

Maria Empfängnis



Neun Monate vor dem Fest  Maria Geburt ( 8. September) feiert die katholische Kirche am 8.Dezember das Hochfest Maria Empfängnis. Es ergibt sich somit, daß dieser Feiertag mitten in den Advent fällt und eigentlich so gar nichts mit dem Advent und Weihnachten zu tun hat.
Und dennoch:

Ohne Maria kein Jesus -  ohne Maria keine Kirche – wie sich wesentlich später noch herausstellen wird, als die Hl. Jungfrau mit den Aposteln quasi auf den Hl. Geist gewartet hat.


 
»…Sie hat an dieser Sendung Jesu teil: die Erinnerung an Jesus zu wahren und so seine Gegenwart zu wahren. Zum letzten Mal wird Maria in den beiden Schriften des hl. Lukas am Sabbat erwähnt: dem Tag des Ruhens Gottes nach der Schöpfung, dem Tag der Stille nach dem Tod Jesu, in Erwartung seiner Auferstehung. Und darin wurzelt die Tradition des Mariensamstags. Zwischen der Himmelfahrt des Auferstandenen und dem ersten christlichen Pfingsten versammeln sich die Apostel und die Kirche mit Maria, um mit ihr auf die Gabe des Heiligen Geistes zu warten, ohne die man nicht zu Zeugen werden kann. Sie, die ihn bereits empfangen hat, um das fleischgewordene Wort hervorzubringen, teilt mit der ganzen Kirche die Erwartung eben dieser Gabe, damit im Herzen eines jeden Gläubigen »Christus Gestalt annimmt« (vgl. Gal 4,19). Wenn es ohne Pfingsten keine Kirche gibt, gibt es ohne die Mutter Jesu auch kein Pfingsten, denn sie hat auf einzigartige Weise das gelebt, was die Kirche jeden Tag unter dem Wirken des Heiligen Geistes erfährt. Der hl. Chromatius von Aquileia kommentiert die Bemerkung der Apostelgeschichte so: »Die Kirche versammelte sich also im Obergemach gemeinsam mit Maria, der Mutter Jesu, und mit seinen Brüdern. Man könnte sie nicht Kirche nennen, wenn nicht Maria zugegen wäre, die Mutter des Herrn. … Die Kirche Christi ist dort, wo die Menschwerdung Christi aus der Jungfrau verkündet wird; und wo die Apostel verkünden, die Brüder des Herrn, dort hört man das Evangelium« (Sermo 30,1: SC …«

…..

Liebe Freunde, das menschliche Leben macht verschiedene Übergangsphasen durch, die oft schwierig und anspruchsvoll sind, die unaufschiebbare Entscheidungen, Verzicht und Opfer verlangen. Die Mutter Jesu wurde vom Herrn in entscheidende Augenblicke der Heilsgeschichte gestellt und hat es immer verstanden, mit voller Bereitschaft zu antworten, Frucht einer tiefen Verbindung mit Gott, die im unablässigen und tiefen Gebet herangereift ist. Zwischen dem Freitag des Leidens und dem Sonntag der Auferstehung wurde ihr der Jünger anvertraut, den Jesus liebte, und mit ihm die ganze Gemeinschaft der Jünger (vgl. Joh 19,26). Zwischen Himmelfahrt und Pfingsten befindet sie sich »mit« und »in« der Kirche im Gebet (vgl. Apg 1,14).

Als Mutter Gottes und Mutter der Kirche übt Maria ihre Mutterschaft bis zum Ende der Geschichte aus.«

Papst Benedikt XVI. , 14.3.2012




Somit gebührt diesem Feiertag im Advent, welcher der ohne Erbsünde empfangenen Gottesmutter Maria gewidmet ist, größte Aufmerksamkeit; denn mit Maria Empfängnis beginnt alles: Maria wurde erwählt, den Sohn Gottes zu gebären, sie begleitete ihn bedingungslos bis zu seinem Tod am Kreuz, als alle seine Jünger das Weite gesucht haben und sie wartete später gemeinsam mit seinen Jüngern auf die Sendung des Hl. Geistes.

Schade, daß dieser so besondere und wichtige Feiertag in heutiger Zeit lediglich zum wichtigsten Einkaufstag in der Adventzeit und maximal zum rührseligen Glühwein- und Keksverkostungsgelage verkommen und in vielen Ländern nicht einmal mehr ein gesetzlicher Feiertag ist.


In diesem Sinne wünsche ich meinen Lesern
einen gesegneten Feiertag Maria Empfängnis!



Margareten Kapelle 1

Flügelaltar in der Margareten Kapelle St. Peter in Salzburg







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