Sonntag, 5. November 2017

Pilz nimmt den Hut



Da ist er nun also gestern vor laufenden Kameras und mit dem gewohnt leicht beleidigtem Gesichtsausdruck zurückgetreten, der große ehemalige Zampano der Grünen und Gründer seiner eigenen, vor kurzem gegen Kurz und gegen türkis blau gegründeten Namensliste.
Peter Pilz kann sich nicht erinnern, ob er getan hat, was ihm in dem einen, konkreten Fall vorgeworfen wird, er nimmt es aber sehr ernst, was vermutlich soviel heißt, daß es womöglich andere Fälle gegeben haben muß, an die er sich sehr wohl erinnern kann, die aber - aus welchen Gründen auch immer -  nicht oder noch nicht zur Anzeige gebracht worden sind.
Es gibt jetzt verschiedene Reaktionen auf die Sache Pilz. Einerseits jene, die die ganze Geschichte ins Lächerliche abtun und andererseits die, die ein abgekartetes Spiel dahinter sehen – ein bißchen was von beidem wird wohl der Fall sein, doch wenn ich mir ansehe, was die linksgrünen Parteien in ihren Anfängen alles gefordert, praktiziert und gelebt, was sie alles verteufelt, lächerlich gemacht, verdemonstriert und verhöhnt haben, dann fällt mir dazu spontan nur eines ein:
Die (sexuelle) Revolution frißt nun, in  Zeiten genderfeministischer Spröde und  nunmehr leidenschaftlichster, linker Verteufelung von Verbalbelästigungen, ihre eigenen Kinder., wenngleich auch einige dieser Kinder mittlerweile wie seriöse Herren aufzutreten gelernt haben.
Was Pilz und vielen anderen Männern zur Zeit widerfährt, ist nicht nur begründet auf der Tatsache männlichen Fehlverhaltens sondern auch ein Produkt, welches sich im Lauf der letzten Jahre aus ihrer eigenen Gesinnung zum Paradoxon entwickelt hat.
Man darf gespannt sein, wen aus der damaligen 68-iger Bewegung und den daraus resultierenden Gruppierungen es als nächstes treffen wird.