Dienstag, 28. November 2017

Der Kardinal König Preis…




… geht an die Schöpferin eines Weltgerichts namens  “Symposium on the dark ages” ,  bestehend aus ein paar wächsernen Irgendetwasdingerchen, die auf einem dreiteiligen Klapptisch arrangiert in angeblicher Korrespondenz zum Weltgerichtstryptichon von Hieronymus Bosch stehen.

csm_Symposium_on_the_Dark_Ages_dec92f6966 Gabain prämiertes Weltgericht

»Ausschlaggebend für die Entscheidung war die aktuelle Thematik, der sich die Künstlerin in besonderer Weise widmet: Die Unversehrtheit der menschlichen Existenz ist nicht selbstverständlich; prekäre Lebenssituationen, Verletzung, Verlust werden von der Künstlerin in Form von wächsernen Gliedmaßen, Kunststoff-Knochenteilen, Bildern von mutierten Konsumgütern visualisiert. Zwischen zuckerlrosa Verführung und erschreckender Irritation changieren die skulpturhaften Objekte und gleichsam museal vorgeführten Versatzstücke aus Kerstin von Gabains plastischem Repertoire…«  

csm_Detail_zu_Symposium_on_the_Dark_Ages_0a484bfb7a grünes Ding

rotes Ding Weltgericht Gabain

Begründung der Jury
Die Jury würdigt mit dem Werk von Kerstin von Gabain eine komplexe künstlerische Position, die von der Integrität und Bedrohtheit von Körpern, Menschen und Objekten handelt. Ihren Objekten und Fotografien verleiht die Künstlerin einen ambivalenten Charakter zwischen Verletztheit und Verführung, zwischen ansprechender Ästhetisierung und abgründiger Irritation.
Sie gestaltet Installationen und Ensembles, mit denen sie motivische Bezüge zur Kunst-und Wissenschaftsgeschichte freilegt. Wachsabgüsse und Gipsbandagen geben u.a. Körperteile, Möbelstücke, Knochenquerschnitte wider und lösen beim Betrachter Gefühle zwischen Unbehagen und Faszination aus. Mit ihren Artefakten bezieht sie sich neben medizinischen Präparaten und Designobjekten auch auf Konsumartikel, Reliquien und Votivgaben, um damit aktuelle gesellschaftspolitische und existenzielle Fragestellungen zu berühren. Ihre Vermenschlichung von Gegenständen verweist zugleich auf die pure Materialität und Hinfälligkeit alles Menschlichen und Organischen.
Kerstin von Gabain deutet Bild-Traditionen radikal um; sie spielt auf den Objekt- und Fetischcharakter von musealen Exponaten ebenso an wie auf den manipulativen Charakter von Ausstellungen. Quelle

Ah ja.
Nun verstehe ich alles.
Jetzt weiß ich Bescheid.
Die 11 000 Euro Preisgeld sind wirklich bestens angelegt.





Kommentare:

  1. Die Archäologen in 1000 Jahren, die eventuell diese Tische ausgraben müssen, haben mein Mitgefühl.

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    1. Das wird ohnehin alles verrottet sein. Sperrholz und Wachs ....

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