Sonntag, 10. September 2017

Sonntagsgedanken





Buch Ezechiel 33,7-9.
So spricht der Herr: Du aber, Menschensohn, ich gebe dich dem Haus Israel als Wächter; wenn du ein Wort aus meinem Mund hörst, musst du sie vor mir warnen.
Wenn ich zu einem, der sich schuldig gemacht hat, sage: Du musst sterben!, und wenn du nicht redest und den Schuldigen nicht warnst, um ihn von seinem Weg abzubringen, dann wird der Schuldige seiner Sünde wegen sterben. Von dir aber fordere ich Rechenschaft für sein Blut.
Wenn du aber den Schuldigen vor seinem Weg gewarnt hast, damit er umkehrt, und wenn er dennoch auf seinem Weg nicht umkehrt, dann wird er seiner Sünde wegen sterben; du aber hast dein Leben gerettet.



So die Worte der 1. Lesung zum 23. Sonntag im Jahreskreis.

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt 18,15-20.

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn dein Bruder sündigt, dann geh zu ihm und weise ihn unter vier Augen zurecht. Hört er auf dich, so hast du deinen Bruder zurückgewonnen. Hört er aber nicht auf dich, dann nimm einen oder zwei Männer mit, denn jede Sache muss durch die Aussage von zwei oder drei Zeugen entschieden werden. Hört er auch auf sie nicht, dann sag es der Gemeinde. Hört er aber auch auf die Gemeinde nicht, dann sei er für dich wie ein Heide oder ein Zöllner.
Amen, ich sage euch: Alles, was ihr auf Erden binden werdet, das wird auch im Himmel gebunden sein, und alles, was ihr auf Erden lösen werdet, das wird auch im Himmel gelöst sein.
Weiter sage ich euch: Alles, was zwei von euch auf Erden gemeinsam erbitten, werden sie von meinem himmlischen Vater erhalten.
Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.




Kritik äußern und jemanden zur Verantwortung bzw. Rechenschaft über dessen Fehlverhalten ziehen?
Kann ich mich in dieser hypertoleranten kunterbunten Gesellschaft von heute tatsächlich ohne jegliche Gefahr hinstellen und ein Unrecht bzw. ein Fehlverhalten anprangern?

Ich denke dabei z.B. an Menschen, die auf das übelste verspottet werden, weil sie gegen diesogenannte Homoehe auftreten oder die verächtlich gemacht werden, weil sie friedlich aber offen gegen Abtreibung zu demonstrieren wagen.
Wenn ich mir nur anschaue, mit welchem Unflat und mit welch abgrundtiefem Haß beispielsweise die Teilnehmer dieser Aktion (klicken) konfrontiert sind – sei es nun in echt bei den Veranstaltungen oder via social media im Internet, dann wundere ich mich nicht wirklich, daß immer weniger christliche Menschen sich trauen, Mißstände aufzuzeigen.
An jeder (virtuellen) Ecke lauert quasi ein bunter, toleranter, weltoffener Mensch mit einer “Ismus-Phobie-Keule”, welche er dann in voller Wucht auf seinen von ihm(!) als untoleranten abqualifizierten Bruder haut.
Tolerant wie Kain und Abel,  liberal wie im Umerziehungslager und bunt wie die Schwarzweißkopie einer x-beliebigen, totalitären Ideologie – so schaut’s hier und heute aus.
Das Evangelium, und somit das Christsein, wird in diesen Tagen zu einer immer größer werdenden Herausforderung; denn die tolerante, bunte und offene Gesellschaft toleriert Jesus bzw. seine Lehre schon lange nicht mehr.