Dienstag, 18. April 2017

Nicht blöd



Man (damit meine ich v.a. die meinungsbildenden Medien und Gremien) macht ja gerne den Fehler, Despoten für “blöd” zu halten.
Nun, das mag vielleicht in gewisser Weise sogar zutreffen, aber bei den Führern, die ich, sei es im Geschichtsunterricht oder jetzt quasi live via Medien präsentiert bekommen habe, zeigt es sich, daß dies der permanente tragical accident für den erfolgreichen Fortlauf der sich anbahnendenTragödie ist, in welcher dann sehr oft nicht nur des Despotens eigenes Volk zugrunde geht.
Nehmen wir einmal Europas nächstbesten Despoten, den Liebling von Merkels Gnaden und Gottgleichen zahlreicher in Deutschland und Österreich lebender Doppelstaatsbürger, die sich dank dieses zweifelhaften Status der Doppelstaatsbürgerschaft letzten Sonntag völlig ungeniert für ein noch rascheres Abgleiten der Türkei in ein Erdowahnsultanat entschieden haben.
Mit 51,3% haben die Türken in einem Referendum dem Sultan noch mehr Macht zugesichert und dieser kann sich jetzt in seinem 1000 Zimmer Palast relativ entspannt der Säuberung  (so dessen eigene Worte) seiner Untertanen widmen. Er tat das zwar ohnehin schon, aber nun kann er eben auf diese 51,3 % Unterstützung seiner Untertanen verweisen.
Reflexartig kommen nun die Erklärungen aus Europa: Immerhin hätten 48,7% abstimmungsberechtigte Türken den GRÖTAZ nicht unterstützt.
SInd wir uns da wirklich so sicher?
Vermutlich wurden auch bei diesem Referendum die Ergebnisse getürkt.
Wäre ich ein Despot, würde ich jedoch von vorneherein das Ergebnis so hintrimmen, daß es relativ knapp für mich ausginge, gerade um damit den Vorwurf einer Manipulation als nichtig hinzustellen.
Um mein Ziel zu erreichen, brauche ich ohnehin keinen großen Wahlsieg.
Eine hauchdünne Mehrheit reicht bereits, um den trügerischen Anschein zu erwecken, daß die Demokratie in meinem Sultanat nach wie vor funktioniere. Und während Untertanen und Nachbarstaaten jetzt noch herumrätseln, bezweifeln und Dialogmöglichkeiten suchen, sitze ich an meinem Despotenschreibtisch, verlängere ruckzuck den Ausnahmezustand, bereite die positive Abstimmung zur Wiedereinführung der Todesstrafe vor, lasse jede Menge unliebsamer Beamte, Richter, Bürger und Journalisten inhaftieren und koche unbehelligt mein Führer-Süppchen vor aller Welt Augen weiter. Denn schließlich habe ich ja diesen guten blauäugigen  Europäern 48,7% Suppeneinlage geschenkt.
Ja, Despoten sind nicht blöd.
Wir könnten viel von ihnen lernen.
Blöd sind eher jene, die immer noch meinen, man könne sich mit Diktatoren irgendwie arrangieren, sie sich zunutze machen oder durch immer noch tiefere Kotaus gar deren Wohlwollen gewinnen.




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