Montag, 26. Dezember 2016

Das unterbrochene Idyll?



Gerade noch waren wir alle selig.
Ein Kind ward uns geboren, Engel, Hirten und ganze himmlische Heerscharen sind gekommen, um sich über dieses Ereignis zu freuen und es zu verkünden, die ganze Welt ist in der Verwunderung über die Geburt des Menschensohnes in beinahe schon göttlicher Entzückung gefangen gewesen.
Und heute?
Heute ist das Fest des  Hl.Stephanus, des ersten Märtyrers, der aufgrund seines christlichen Glaubens ermordet wurde.
Wie paßt das hinein in all die Seligkeit, in die überschäumende Freude und das Entzücken?
Es paßt sehr wohl; denn jeder der Kinder hat, wird wissen, daß die Welt nicht rosa bleiben wird.
Es kommen auch die Mühsale, die Herausforderungen und die Schattenseiten des Lebens auf jeden von uns zu und gerade dieses göttliche Kind, welches Mensch geworden ist, wird das schwerste Schicksal aller Zeiten erleben und dennoch  dadurch die Welt erlösen:
Nicht durch Kampf und Krieg, List und Tücke oder gar durch Unterdrückung seiner Apostel und derer die ihm im Laufe seines Lebens gefolgt sind und folgen werden, nein, dieses Kind wird, wie wir wissen, gekreuzigt werden, völlig passiv und geduldig aber genauso von Angst erfüllt, wie jeder normale Mensch.
Jesus wird den Tod erleiden und er wird am dritten Tage auferstehen. 
Christus hat seinen Jüngern prophezeit, daß sie um seinetwillen verfolgt werden und genau so ist es gekommen. Mit dem Bekenntnis zu ihm und seiner Lehre, waren und sind(!) Christen der Verfolgung ausgesetzt, der Verfolgung durch Menschen, die ihrerseits sehr wohl unterdrücken, tyrannisieren, die sich zwar mit hehren Motiven wie Frieden und Toleranz dekorieren, aber hemmungslos  Krieg, Verfolgung und Zerstörung exekutieren. 


Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt 10,17-22.
 
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Nehmt euch aber vor den Menschen in acht! Denn sie werden euch vor die Gerichte bringen und in ihren Synagogen auspeitschen.
Ihr werdet um meinetwillen vor Statthalter und Könige geführt, damit ihr vor ihnen und den Heiden Zeugnis ablegt.
Wenn man euch vor Gericht stellt, macht euch keine Sorgen, wie und was ihr reden sollt; denn es wird euch in jener Stunde eingegeben, was ihr sagen sollt.
Nicht ihr werdet dann reden, sondern der Geist eures Vaters wird durch euch reden.
Brüder werden einander dem Tod ausliefern und Väter ihre Kinder, und die Kinder werden sich gegen ihre Eltern auflehnen und sie in den Tod schicken.
Und ihr werdet um meines Namens willen von allen gehasst werden; wer aber bis zum Ende standhaft bleibt, der wird gerettet.



Martyrium des Hl. Stephanus
Bildquelle

Wer aber bis zum Ende standhaft bleibt, der wird gerettet.

Und es gibt sie seit jenen Tagen, jene Menschen, die standhaft bleiben:
Asia Bibi, Christen in Syrien, Irak,Nigeria, u.s.w.,  die vom IS, Boko Haram u.ä. gefoltert und ermordet, und auch jene, die in Flüchtlingsheimen in Europa wegen ihres christlichen Glaubens gemartert werden und von den europäischen Glaubensbrüdern und Hirten(!) aus falsch verstandener Toleranz und politisch korrekter Gesinnungsdiktatur oder Indolenz keineswegs die nötige Solidarität und Nächstenliebe erfahren.
Ja, der heutige Tag paßt ins Weihnachtsidyll.
Weil Leben und Tod immer schon sehr nahe beieinander liegen und weil man in all der Freude nicht vergessen darf, daß es Menschen gibt, die mit der Freude des anderen keine Freude haben.