Samstag, 22. Oktober 2016

Ein lesenswertes Interview…




… mit dem Autor Thomas Hürlimann findet sich im Tagesanzeiger.
Er spricht dort über den christlichen Glauben und wie dieser, nicht zuletzt vor allem von uns selbst, entsakralisiert bzw. entmystifiziert wird und zur politisch korrekten aber umso moralinsaureren Ethikvariante verkommt:


»… Ein deutscher Kardinal hat gerade seinen Altar durch ein Flüchtlingsboot ersetzt. Und was der Papst so alles von sich gibt, liegt ja auch auf dieser Linie. Der Appell an die Barmherzigkeit mag gut gemeint sein, aber wie verträgt sich Barmherzigkeit mit der Gnade oder mit der Gerechtigkeit? Darüber fällt kein einziges Wort….«
Für heutige Theologen hat Religion im Kern mit Ethik zu tun.
Damit versuchen sie, uns vom Glauben an Gott zu dispensieren. Nichts gegen eine aufgeklärte Gesellschaft, die von der Selbstbestimmung des Subjekts ausgeht. Aber wir werden ja, trotz aller Bemühungen der Kirchen, nicht zu Agnostikern. Wir glauben weiter. Und da diese Glaubensbereitschaft einen Inhalt haben muss, formiert sich die Gesellschaft in einer Sekte, die sich selbst überwacht und terrorisiert. Der neue Katechismus heisst: Erstes Gebot: Du sollst den Abfall trennen! Zweites Gebot: Du sollst dich vegan ernähren! Drittes Gebot: Du sollst alles durchgendern! Viertes Gebot: Du sollst so tolerant sein wie Globi im neuesten Globi-Buch! ….«
Das ganze Interview hier lesen

Für mich ist dabei immer wieder am erschütterndsten, wie sehr sich allerhöchster katholischer Klerus(!) in diese Globi Sekte einspannen läßt und sich auch noch sichtlich freut, wenn er dafür politisch und medial mit Lob und Anerkennung bedacht wird.
Das fatale Paradoxon des beginnenden 21. Jahrhunderts ist das Wehklagen der Kirchen über ihren Untergang bei gleichzeitiger, tatkräftiger Unterstützung desselbigen.



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