Sonntag, 17. Juli 2016

Sonntagsspaziergang



Auch wenn es heute sehr trüb,regnerisch und unfreundlich war, hat es mich doch zu einem Spaziergang hinausgetrieben.
In der Salzburger Altstadt merkt man, daß Hochsaison ist, die Festspiele vor der Tür stehen und die Touristenschwärme von einer Sehenswürdigkeit zur anderen getrieben werden.
Das wirkt manchmal grotesk, bisweilen aber auch schmerzlich, wenn beispielsweise auf dem Friedhof zu St. Peter Touristen in kurzen Hosen, Eis schleckend oder Döner kauend zwischen den Gräbern herumsteigen und mit ihren Deppenszeptern Selfies machen – auf einem Friedhof, wohlgemerkt!
Und davon gibt’s dann auch noch die gruselige Variante, wenn zwischen den Grabkreuzen plötzlich eine bis auf einen Sehschlitz schwarz verhüllte Muslima auftaucht und man meint, der Tod (vom Jedermann) schaut jetzt vorbei.
Die Getreidegasse gleicht auch bei Schlechtwetter einer tausendfüßigen Raupe, erst ab der Gstättengasse beruhigt sich das Getriebe und in Mülln, hinauf zum Mönchsberg und durch die Monikapforte wird es endlich um einiges beschaulicher.
Am Mönchsberg sieht man dann sogar echte Kühe, lauschige Wege und Wiesen – mitten in einer Stadt, die ständig überlegt, wie sie denn ihre Touristen noch mehr bespaßen könnte.
Dabei böten die Schönheit der Natur und der Architektur Salzburgs mehr als genug, auch bei Schlechtwetter….

Manchmal wünscht man sich die Stadt wieder wie früher, nach der Hochsaison – provinziell, beschaulich und gemütlich, mit einem leichten Hang zur Melancholie aber ohne jede Hektik….


Trüber Postkartenblick 17.7.2016Stiege zur MonikapforteMonikapforteInschrift Monika PforteMönchsbergküheSteh auf blöde KuhEin Mönchsbergweg