Sonntag, 3. Juli 2016

Sonntagsgedanken



Ein paar Jahre werden es schon her sein, daß ich mir ein Fußballspiel vom Anfang bis zum Schluß  angeschaut habe.
Gestern spielte Italien gegen Deutschland und so dachte ich mir, es kann ja nicht schaden, zumal ich selbstverständlich ein Faible für Italien hege und das nicht nur bei Fußball. Wein, Essen, Musik, Lebensstil, Kunst, u.s.w.u.s.f., kurzum es gibt nichts, die Mafia ausgenommen, was mir an Italien nicht gefiele.
Und da saß ich also gestern tatsächlich vor dem Fernsehgerät und schaute den Blauen zu, sang bei der Hymne mit, die im Vergleich zur Deutschen (entschuldige lieber Papa Haydn!)  ja viel mehr Power und Lebenslust bezeugt und von den Italienern auch mit Inbrunst bzw. grande passione zelebriert wird.
Nach ungefähr 20 Minuten begann ich mich schon zu fragen, wie lange denn dieses GERITA noch dauere, erfuhr von einem freundlichen Twitterer  - so lange bis einer weint – und kroch dann völlig erledigt, nach gefühlten 100 Elfmetern ins Bett.
So gleichermaßen erstaunlich wie auch anstrengend ist also Fernsehfußball.
Ich weiß jetzt wieder, warum ich es meide.
Schwieriger zu meiden sind andere, nicht weniger erstaunliche DInge:
Zum Beispiel, daß sich in den sozialen Netzwerken auffallend viele, selbsternannte Moralaposteln und deren willige Blockwarte herumt(r)ollen, die völlig ungeniert alles in die rechte Strafecke stellen, was nicht weit genug links herumschwurbelt und dabei unter moralischem Vorwand denunzieren und an den Pranger stellen, verbieten (wollen) und hetzen(!), daß ihnen die good old DDR und Honecker persönlich dafür garantiert mehrere Orden verliehen hätten.
Ich habe den leisen Verdacht, daß dieses verächtlich hervorgebrachte “ihr –habt- ja- bloß- irrationale Ängste”- Blabla nicht mehr ganz so wirkt, wie vor ein paar Monaten; denn zu oft haben belegbare Fakten  -auch so manchem Realitätsverweigerer- gezeigt, daß eben nicht alles NAZI ist, was es wagt, dem linken Massenverblödungswahn entgegenzutreten.
Wie es aussieht, ist momentan ALLES, was ungefähr einen Millimeter rechts von links beginnt rechtsextrem.
Gedankliche Meinungsvielfalt findet nur noch im linken Spektrum statt, abseits davon – mögen manche Themenansätze außerhalb dieser Indoktrinationsblase auch noch so vernünftig, überlegenswert oder gar berechtigt sein- wird man sofort mit den gängigen Floskeln  Hetzer, Rassist, islamophob, u.s.w… beworfen,  mundtot oder, was auch recht beliebt ist, einfach lächerlich gemacht.
Was mich aber am meisten erstaunt, parallel zur gesellschaftlich schon unguten Entwicklung eines lenk- und koordinierbaren Einheitsbreis, der sich aber fataler- und unerklärlicherweise selbst als liberal, bunt und tolerant bezeichnet, übernehmen auch kirchliche Kreise bis hinauf zu den höchsten Würdenträgern genau die selben, schäbigen weltlichen Verhaltensmuster.
Noch nie wurde man von Mitbrüdern derart schnell als unchristlich abqualifiziert, sobald man es beispielweise wagt, den Katechismus(!) zu erwähnen oder sich gar gelegentlich auf ihn zu berufen. 
Und das ist nicht nur erstaunlich, das ist für die Kirche äußerst bedenklich.

Jesus 2014-10-12 118




P.S.: Leider hat Italien verloren, was mir aber dazu verhilft, die restlichen Spiele dieser EM auch ganz offiziell ignorieren zu können. Auch nicht schlecht.