Sonntag, 3. April 2016

2. Sonntag der Osterzeit…



Weißer Sonntag und Sonntag der göttlichen Barmherzigkeit .


Da ist sie also wieder, die Barmherzigkeit, dieser Begriff, den es anscheinend erst seit Dezember letzen Jahres zu geben scheint und der seither so gut wie jede Sonntagspredigt dominiert

Du mußt(!)  barmherzig sein – im Gegensatz zu den 10 Geboten, da muß man nicht da soll man.
Das ist aber unbarmherzig – wenn man nicht jeden Mißbrauch, jede Verfehlung toleriert.
Gott ist barmherzig, er verzeiht alles und jedem – wirklich?
Also nichts mit jüngstem Gericht und dies irae, sondern wir sehen uns alle im selben Himmel wieder, also  z.B. christliche Märtyrer selig wiedervereint mit deren Peinigern, denen ihrerseits die Barmherzigkeit  mehr als nur Wurscht war, gerade im Jahr der göttlichen Barmherzigkeit?
Deus caritas est – Gott ist die Liebe, so offenbart und offenbarte sich mir der katholische(christliche) Glaube und Teil dieser Liebe ist selbstverständlich auch Barmherzigkeit.
Eine Barmherzigkeit, die aber auch fordert und Umkehr, Reue und Einsicht verlangt.
Gott ist Barmherzigkeit -   also quasi losgelöst von der allumfassenden göttlichen Liebe, bedingungslos und für sich höher stehend als die Liebe ist ganz woanders zu finden:

Fatiha im Isalm Barmherzigkeit
Quelle
Bei aller Barmherzigkeit, die dieses Jahr allerorten und zu allen Anlässen über unsere sündigen Häupter gegossen wird, sollten wir uns vor allem fragen, wo  die Liebe bleibt; denn einzig die Liebe ist es, die den Christen ausmacht und nicht nur die Barmherzigkeit. Wo von Anfang an die Liebe ist, spielt Barmherzigkeit automatisch eine untergeordnete Rolle.
 
Wir haben die Liebe, die Gott zu uns hat, erkannt und gläubig angenommen.
Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm.
1 Joh 4,16


»  1. ,,Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott, und Gott bleibt in ihm’’ (1 Joh 4, 16). In diesen Worten aus demErsten Johannesbrief ist die Mitte des christlichen Glaubens, das christliche Gottesbild und auch das daraus folgende Bild des Menschen und seines Weges in einzigartiger Klarheit ausgesprochen. Außerdem gibt uns Johannes in demselben Vers auch sozusagen eine Formel der christlichen Existenz: ,,Wir haben die Liebe erkannt, die Gott zu uns hat, und ihr geglaubt’’ (vgl. 4, 16).
Wir haben der Liebe geglaubt: So kann der Christ den Grundentscheid seines Lebens ausdrücken. Am Anfang des Christseins steht nicht ein ethischer Entschluß oder eine große Idee, sondern die Begegnung mit einem Ereignis, mit einer Person, die unserem Leben einen neuen Horizont und damit seine entscheidende Richtung gibt. In seinem Evangelium hatte Johannes dieses Ereignis mit den folgenden Worten ausgedrückt: ,,So sehr hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt ... das ewige Leben hat’’ (3, 16). Mit der Zentralität der Liebe hat der christliche Glaube aufgenommen, was innere Mitte von Israels Glauben war, und dieser Mitte zugleich eine neue Tiefe und Weite gegeben. Denn der gläubige Israelit betet jeden Tag die Worte aus dem Buch Deuteronomium, in denen er das Zentrum seiner Existenz zusammengefaßt weiß: ,,Höre, Israel! Jahwe, unser Gott, Jahwe ist einzig. Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft’’ (6, 4-5). Jesus hat dieses Gebot der Gottesliebe mit demjenigen der Nächstenliebe aus dem Buch Levitikus: ,,Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst’’ (19, 18) zu einem einzigen Auftrag zusammengeschlossen (vgl. Mk 12, 29-31). Die Liebe ist nun dadurch, daß Gott uns zuerst geliebt hat (vgl. 1 Joh 4, 10), nicht mehr nur ein ,,Gebot’’, sondern Antwort auf das Geschenk des Geliebtseins, mit dem Gott uns entgegengeht.
In einer Welt, in der mit dem Namen Gottes bisweilen die Rache oder gar die Pflicht zu Haß und Gewalt verbunden wird, ist dies eine Botschaft von hoher Aktualität und von ganz praktischer Bedeutung. Deswegen möchte ich in meiner ersten Enzyklika von der Liebe sprechen, mit der Gott uns beschenkt und die von uns weitergegeben werden soll. Damit sind bereits die beiden großen, eng miteinander verbundenen Teile dieses Schreibens vorgezeichnet. Der erste wird einen mehr spekulativen Charakter haben, da ich beabsichtige, darin — zu Beginn meines Pontifikats — einige wesentliche Punkte über die Liebe, die Gott dem Menschen in geheimnisvoller Weise und völlig vorleistungsfrei anbietet, zu klären und zugleich die innere Verbindung zwischen dieser Liebe Gottes und der Realität der menschlichen Liebe aufzuzeigen. Der zweite Teil wird konkreterer Natur sein, denn er soll die kirchliche praktische Umsetzung des Gebotes der Nächstenliebe behandeln. Das Thema erweist sich somit als sehr weitläufig; eine erschöpfende Behandlung übersteigt jedoch den Zweck dieser Enzyklika. Mein Wunsch ist es, auf einige grundlegende Elemente nachdrücklich einzugehen, um so in der Welt eine neue Lebendigkeit wachzurufen in der praktischen Antwort der Menschen auf die göttliche Liebe.



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