Dienstag, 19. April 2016

11 Jahre ….

 

 

…. ist es her, daß ich um diese Zeit immer wieder mal den Fernseher anmachte, um mich zu vergewissern, ob es “Neuigkeiten” aus Rom gäbe.
Nach dem langen Pontifikat von Johannes Paul II. , dem “Heiligen, dem Santo Subito” – wie es bald heißen und auch tatsächlich Realität werden sollte, waren wir kurz vor Ostern von Josef Kardinal Ratzinger in ein Konklave geführt worden.
Jener Kardinal, von dem auch jene liebe Bekannte so schwärmte, die mich vor nunmehr 15 Jahren das erste Mal nach Rom mitgenommen hat und die sowohl in Glaubensfragen als auch in meiner Rombegeisterung einen wesentlichen, wenn nicht den wesentlichen Akzent gesetzt hat.

Und dann kam also endlich die Meldung: Weißer Rauch – habemus Papam!

Und als ich die Worte “…eminentissimum…. Josephum…” hörte  - Jubel im Hause Bellfrell, der Griff zum Telefon und unsere Freundlin jubelte mit höchster Verzückung aus dem benachbarten Berchtesgadenerland ins Salzburgische herüber.
Ich sah die Bilder im Fernseher, den  Regen in Rom, die gigantische Menschenmenge, die sich auf dem Petersplatz versammelt hatte und den neuen Papst Benedikt XVI.
Ein feiner, demütiger und weiser Mensch, dessen Ausstrahlung mich sofort eingenommen hat, dank der Schilderungen unserer Freundin, die keine seiner Morgenmessen im Campo Santo Teutonico versäumte, sobald sie in Rom war- und sie war oft in Rom –, und die ihm auch hin und wieder am Petersplatz begegnete,  ihn  dort angesprochen hat  und immer mit von Herzen kommender Aufmerksamkeit und einem Segen seitens des Kardinals mit der Baskenmütze und der Aktentasche bedacht worden ist.

Es folgte ein Pontifikat, welches für mich reich an Weisheit, Glaubenslehre, Zuspruch und Ermunterung war.
Die Aussagen des Pontifex waren klar, verständlich und liebevoll und bedurften nicht der Medien oder irgendwelcher Papsterklärer. Freilich gefielen die Worte nicht jedermann aber die Wahrheit der Theologie ist eben nicht immer angenehm und hat auch nicht den Sinn, sich schmeichlerisch an irgendeinen Zeitgeist anzubiedern oder sich gar in ihm zu verlieren.

11 Jahre später beschäftigen sich die Mater ecclesia und ihr Oberhaupt, wenn man die Medien verfolgt, mit neuer Bescheiden- und schier grenzenloser Barmherzigkeit, mit schwarzen und roten Schuhen, einer  Aktentasche, einem Ford Focus und der päpstlichen Behausung im OG  eines 5 Sterne Hotels, während ringsum Christen aller Welt verfolgt, gefoltert, von muslimischen Mörderbanden gemeuchelt werden und nahezu wöchentlich Terroranschläge islamistischer (Selbstmord)Attentäter gegen unschuldige Menschen verübt werden.
Es ist schon erstaunlich, was letztendlich die (mediale) Beliebtheit eines Pontifikats ausmacht und was die kirchliche und für uns als Katholiken wichtige Realität darstellt.

Aber heute freue ich mich einfach nur darüber, daß ich das Glück hatte, einen so großartigen Papst wie Benedikt XVI. erleben zu dürfen.

 

habemus

 

Brief anbertone 2015