Freitag, 4. März 2016

Wie hat er es bloß gemeint???



Mit einiger Verzögerung ist nun auch in den deutschsprachigen Korrektmedien ein neuer Franziskus (=Papstzitat zur jeweils gefälligen Verwendung) gelandet.

„Wir können heute von einer arabischen Invasion sprechen.
Das ist eine soziale Tatsache.“

Von  ui ui ui – bis pfui pfui pfui enthält diese Aussage genau den Sprengstoff, an welchen nun sowohl Links als auch Rechts meinen,  ihre Lunte anlegen können; denn zugleich meinte Papst Franziskus ja noch:

»…aber es [Europa]  hat immer über sich selbst hinauswachsen, voranschreiten können, um sich dann, bereichert durch den Austausch der Kulturen, wiederzufinden…«

Und weiters:

»…Es ist nötig, sich wieder an den Verhandlungstisch zu setzen, aber nur in dem Bewusstsein, dass man etwas verlieren muss, damit alle gewinnen können….«

Ein schönes Beispiel für den mühsamen Interpretations- und Deutungswettstreit päpstlicher Franziski fndet man hier auf Huffington Post , wo man eifrigst bemüht ist, diese Aussagen wieder in das passende politisch korrekte Korsett zu pressen.
Wenn ich mir selbst diese drei Zitate anschaue, so werde ich vor allem eins: Traurig.
Denn der Papst spricht -  ob nun gewollt oder nicht-  eine vollendete Tatsache aus:
Europa hat  im Grunde genommen bereits kapituliert und müsse sich nach der bis dato geduldeten arabischen Invasion nur noch an den Verhandlungstisch setzen, um sich letztendlich dank eines Dialogs und eines bereichernden Kulturaustausches sowie nach bewußt in Kauf genommenen Verlusten, an ein paar (zweifelhaften) Gewinnen erfreuen zu können.
Traurig, ja, weil ich ahne, daß dieses Europa der Selbstaufgabe und Pseudotoleranz keineswegs an Kulturen (Mehrzahl!) reicher werden wird.
Europa wird sich vielmehr eingliedern, anpassen, adaptieren, entschuldigen und selbst aufopfern (müssen), um am Ende alles verloren zu haben, was es schon seit langer Zeit, also schon vor der päpstlich angedeuteten »arabischen Invasion«  angefangen hat, freiwillig und leichtfertigst zu verspielen.
Dieser  Franziskus ist für mich der Aufruf, vollendetenTatsachen ins Auge zu sehen und sonst gar nichts.
Da braucht man weder Interpretationen von Links noch von Rechts.

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