Montag, 7. März 2016

Kurz gesagt



Gestern abend habe ich es endlich einmal geschafft,  mir #annewill live anzusehen und ich wurde belohnt:
Ich möchte mich herzlich bei Heiko Maas (SPD) bedanken, der aufs eindrucksvollste und mit dem sparsamen Gesichtsausdruck eines angefressenen Beamten (frei nach Loriot) bewiesen hat, daß die  für antiquiert und verloren geglaubte Berufssparte Claqueur schon längst eine Renaissance erfahren hat.
Einen guten, professionellen Claqueur hätte man jedoch nicht so schnell – nämlich gleich am Beginn der Sendung- entlarven können.


Heiko Maas Claqueur

Der laut klatschende Stimmungsmacher des Herrn Maas (der im Bild oben rechts sitzende, nach seiner Entlarvung durch Anne Will lachende Mann mit den großen Klatschern) ist in seinem offiziellen Brotberuf Pressesprecher des Politikers und beklatschte in seinem maßlosen Übereifer praktisch jede Silbe, die Heiko Maas zu Beginn der Sendung von sich gegeben hatte. Er war damit der einzige Händchenpatscher im Studio.
Hätte Herr Maas einen unabsichtlichen Rülpser oder gar noch Unartigeres von sich gegeben  - sein Claqueur wäre in manuellen Jubel ausgebrochen.  Die Moderatorin empfand dieses Verhalten anscheinend genauso unangebracht, wie der Rest des Publikums, stellte uns den Mann als eben diesen Pressesprecher des Herrn Maas vor und ab da war sofort Ruhe in der Hütte, was den oben erwähnten sauertöpfischen Gesichtsausdruck seines Dienstgebers nicht gerade entsäuerte.


Heiko Maas bei Anne Will

Katja Kipping (übrigens nicht minder sauertöpfisch dreinschauend) von den LINKEN liefert das bizarre Bild der Politikerin einer Partei, die sich aus genau jenem Staate geriert hat, für den  Schießbefehle an der Grenze zur Tagesordnung gehörten, freilich nicht, um sie vor illegaler Invasion zu schützen sondern um die eigenen unfreien Bürger einzusperren, und die sich nun Sorgen macht, daß an der EU Außengrenze unschöne Bilder zu sehen sein könnten. Wie gesagt, bizarr bis grotesk.
Kathrin Göring-Eckardt von den GRÜNEN hat man vor der Sendung anscheinend ohne jegliche Aufsicht mit dem gleichen Phrasendrescher spielen lassen, mit dem Angela Merkel eine Woche zuvor gespielt hat.
Mit Richard Sulik aus der Slowakei meinte man, das enfant terrible der Runde einladen zu müssen und dann war da nur noch Sebastian Kurz.Er war - kurz gesagt- das einzige politische Highlight der Sendung, der jüngste und gleichzeitig souveränste.
Schön langsam mache ich mir aber Sorgen um den jungen Mann, denn wer die österreichische Politikszene über Jahre beobachtet hat, erahnt, daß einem guten Solisten im ÖVP Orchester keine allzu langen Auftritte gewährt werden.
Aber nochmal: Dank an Heiko Maas für dieses Schmierentheater!

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