Montag, 1. Februar 2016

Ohne alles



Heute habe ich zum ersten mal so richtig bewußt erlebt, wie trost – und hilflos eine nichtkirchliche “Verabschiedung” ist.
Zwar wird nach tröstenden Worten gerungen,  es werden Reden in memoriam und unter Tränen gehalten, sowie schöne getragene Musik vom Band gespielt -  doch die Atmosphäre bleibt schal und leer und die Perspektive, die sich bei so einem Zeremoniell ohne alles eröffnet, sie ist gleich null.
Wenn sich am Ende so einer Feier die Wand im Krematorium gleich dem eisernen Theatervorhang schließt und vor den Trauernden nur noch mahnend die Worte Staub zu Staub und Asche zu Asche  aufscheinen, wenn niemand so recht weiß, war’s das jetzt oder nicht und sich dann die Trauergesellschaft ohne irgendeinen Zuspruch und Trost, geschweige denn einen Segen, leicht verunsichert in alle Winde zerstreut, dann ist das für mich fast noch trauriger als der Tod des Menschen, den es zu verkraften gilt.
Wenngleich heute ein lieber Bekannter ohne die Segnungen der Kirche verabschiedet worden ist, so spreche ich ihm doch ein stilles Ave Maria und ein Vater Unser, in der Hoffnung, seine Seele möge doch nicht ganz verloren sein.







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