Freitag, 15. Januar 2016

Short story



"Wie schaffen wir es", fragte Mr. Smith seinen Geschäftspartner, "zu verhindern, daß sich unsere Kunden unkontrollier- und unmanipulierbar unterhalten können?"
Mr. White seufzte, dachte kurz nach und gab Mr. Smith dann sein neuestes Handy zur Begutachtung.
"Sehen Sie, die Lösung haben wir bereits in der Hand.
Wir müssen lediglich dafür sorgen, daß dieses Gerät möglichst schnell zum Statussymbol wird, sich kostengünstigst mit dem Internet verbinden läßt und immer mehr Funktionen übernehmen kann. Wir machen aus diesem Telefon einen kleinen Minicomputer, geben ihm einen schicken Namen und sorgen dafür, daß deren Besitzer damit nicht mehr nur telefonieren, sondern vor allem schriftlich kommunizieren wird.
Damit ist dann auch gleich gewährleistet, daß sich die Leute untereinander nicht mehr in irgendwelchen langen Gesprächen verlieren, sondern sich in kurzen, knappen Sätzen unterhalten. Wir gründen Netzwerke, welche die Menschen untereinander verbinden und beschäftigen sie dort sowohl mit sich selbst  als auch miteinander.
Die jeweiligen Themen geben wir vor, indem wir Trends und Strömungen setzen, die unseren jeweiligen politischen Ambitionen dienlich sind.
Stellen Sie sich vor, diese Menschen werden Gesprächsthemen haben, ohne wirklich miteinander zu reden und ihre Ansichten werden nach und nach über unsere subversiv gestreuten Direktiven genau dorthin gelenkt, wo wir oder unsere Auftraggeber sie gerade haben wollen.
Na, wie finden Sie diese Idee?"
"Das klingt äußerst interessant", grinste Mr. Smith, holte sein eigenes Handy aus der Hosentasche, tippte eine lange Nummer ein, führte ein äußerst erfolgreiches Telefonat mit Bill, Marc und Steve und flog noch am selben Abend zu einem informellen Geschäftsessen auf Martha's Vineyard, um dort die Idee für ein smartes phone zu präsentieren.
 



Keine Kommentare: