Montag, 14. Dezember 2015

Wieder mal so eine »Perle«



Gestern war ich zur Beichte.
Ich war eins von drei Reumütigen, die am Beichtstuhl anstanden, zwei von drei war eine Nonne und drei von drei war die angetraute zweite Hälfte von Bellfrell.
Obwohl wir also ständig von unserem Papst ermuntert werden, daß wir doch zur Beichte gehen sollen, hält sich der Andrang zu selbiger nach wie vor in äußerst leicht überschaubaren Grenzen. 
Es besteht anscheinend doch eine ziemliche Diskrepanz zwischen jenen, die Franziskus be- und zujubeln und denen, die dann auch noch in realiter praktizieren, was man als Katholik so praktiziert. Sicher, Beichte ist nicht gerade angenehm, aber ich sehe jeden Herz Jesu Freitag, daß beispielsweise eucharistische Anbetung kaum angenommen wird und beim Rosenkranz ist es immer nur ein kleiner harter Kern, der quasi die Stellung hält.
Seit Jahren schwinden die aktiven Gläubigen bei den sonntäglichen Gottesdiensten, lediglich zu Weihnachten sind die Kirchen gesteckt voll und alles, wirklich alles, strebt völlig unvorbereitet  nach vorne zur Hl. Kommunion und erhält sie. 
Heute lese ich bei den Franziskusperlen folgendes:

»..."Wie schön sind doch die Freiheit, der Großmut, die Hoffnung eines Mannes und einer Frau der Kirche. Wie hässlich ist dagegen die Rigidität einer Frau und eines Mannes der Kirche, wie viel Übel richtet sie an, diese klerikale Rigidität, die keine Hoffnung hat. In diesem Jahr der Barmherzigkeit gibt es diese beiden Wege: den Weg dessen, der Hoffnung auf die Barmherzigkeit Gottes hat und weiß, dass Gott Vater ist. Gott vergibt immer und alles. Jenseits der Wüste ist die Umarmung des Vaters, die Vergebung. Und dann gibt es den Weg der anderen, die sich in die eigene Knechtschaft flüchten, in die eigene Rigidität, und nichts von der Barmherzigkeit Gottes wissen. So waren die Gesetzeslehrer, sie hatten studiert, doch ihre Wissenschaft hat sie nicht gerettet“....«
Ich sehe schon seit Jahren nicht den leisesten Anflug irgendeiner klerikalen Rigidität.
Hingegen sehe ich viele Priester, die als solche nicht erkennbar sind oder was noch schlimmer ist, sein wollen. Unser Dompfarrer dürfte in seinem klerikalen Kleiderschrank vermutlich nicht einen Priesterkragen oder gar eine Soutane haben, öffentlich getragen hat er sie jedenfalls noch nie.
Allenthalben mehren sich jene  Priester/Pfarrer, die vor lauter Barmherzigkeit und Güte- vor allem sich selbst gegenüber(!)-  ihre Beziehungen ungeniert und offen ausleben und sich dann aber beschweren, wenn es denn doch einmal einem Bischof zu bunt wird und sie die Konsequenzen für ihren offenen und tragischerweise von einem beachtlichen Teil der Pfarrgemeindeangehörigen sogar beklatschten Bruch mit der Hl. Kirche ziehen müssen.
Mit viel medialem Getöse wird von außen permanent auf die katholische Kirche und ihre angeblich unbarmherzige, weil nicht mehr zeitgemäße Lehre verwiesen.
Doch nun wird ohnehin alles anders.
Jetzt haben wir das  Jahr der Barmherzigkeit , der Hl. Vater ermahnt den Klerus zu noch mehr - ja was eigentlich ist das Gegenteil von dieser häßlichen Rigidität, Laschheit und Relativismus? -  und die Kirchen werden bestimmt voll und völler werden.
So wie gestern, als ich eines von dreien bei der Beichte war und bekennen mußte, daß mich Lauheit und Relativismus beim Klerus ganz schön herausfordern bis ärgern, denn Befolgung der Lehre und Gebote schließt Barmherzigkeit keineswegs aus, aber Relativismus und Lauheit verwässern die Grundfesten der Kirche.

Da habe ich diese indifferente Franziskus-Perle heute gerade noch gebraucht....
 

1 Kommentar:

  1. "Allenthalben mehren sich jene Priester/Pfarrer, die vor lauter Barmherzigkeit und Güte- vor allem sich selbst gegenüber(!)- ihre Beziehungen ungeniert und offen ausleben "
    Und bei solchen Priestern sollen wir beichten gehen??????????
    Aber Gott sei Dank gibt es noch glaubensstarke Priester. Diese Priester sind wirkliche "Perlen".

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