Montag, 28. Dezember 2015

Unschuldige Kinder



In die Weihnachtszeit fallen 3 Tage, die gar nicht recht in die weihnachtliche Idylle passen. Das ist gleich am 26.Dezember die Steinigung des Hl. Stephanus und dann heute, der “Tag der unschuldigen Kinder” , die Wahnsinnstat des Herodes, alle männlichen Neugeborenen zu ermorden, weil er in dem in  Bethlehem neugeborenen König für sich selbst eine Bedrohung sah.
Und dann noch Silvester, aber das ist eher meine persönliche Aversion gegen ein in sinnloses Besäufnis ausartendes, mittlerweile rein weltliches Fest, bei dessen Namen die meisten “Feiernden” wohl eher an Sylvester Stallone als an den am 31. Dezember 335 verstorbenen Bischof von Rom denken.
Und trotzdem gibt es bei den beiden erstgenannten Gedenktagen zwei tröstliche Aspekte.
Stephanus sieht den Himmel offen  und Jesus  zur Rechten Gottes stehen:


Ich sehe den Himmel offen

Und zu den unschuldigen Kindern gibt es einen sehr schönen Kommentar vom
Sel. John Henry Newman (1801-1890), Theologe und Kardinal, Gründer der Oratorianergemeinschaft in England
Märtyrer, unfähig sich zu deinem Sohn zu bekennen, und doch durch seine Geburt verherrlicht
Zu Recht feiern wir den Tod dieser Unschuldigen Kinder; denn es war ein heiliger Tod. Wenn uns die Umstände Christus näherkommen lassen, wenn wir für Christus leiden, so ist das gewiss ein unsagbares Privileg – wie immer das Leiden sein mag, selbst wenn wir im Moment nicht erfassen, welch wunderbarer Gunsterweis da auf sie herabkam; aber diese Segnung durch den Herrn – war sie nicht ein echtes Privileg? Ebenso tritt das Massaker von Betlehem für die Kinder an die Stelle eines Sakraments. Das war der Liebesbeweis des Sohnes Gottes gegenüber den Kindern, die diesem Leiden unterworfen waren. Alle, die ihm nahe kamen, haben mehr oder weniger gelitten, schon wegen dieses Kontakts – so, als strömte eine geheime Kraft von ihm aus, die die Seelen durch die Leiden dieser Welt reinigt und heiligt. Das war der Fall bei den Unschuldigen Kindern.
Ja, schon Jesu Gegenwart nimmt die Stelle eines Sakraments ein: alle seine Taten, alle seine Blicke und Worte vermitteln denen Gnade, die bereit sind, sie an- und aufzunehmen, und das gilt umso mehr für alle, die bereit sind, seine Jünger zu werden. Schon seit den Anfängen der Kirche galt ja ein solches Martyrium als eine Art Taufe, eine echte Bluttaufe, die dieselbe sakramentale Wirkung hat wie das Wasser der Wiedergeburt. Wir sind also angehalten, diese kleinen Kinder als Märtyrer anzusehen und aus dem Zeugnis ihrer Unschuld Nutzen zu ziehen.

Quelle

sowie ein Gemälde von
William Holman Hunt:
Triumph of the Innocents


Unschuldige Kinder William_Holman_Hunt_-_The_Triumph_of_the_Innocents_-_Google_Art_Project

Bildquelle Wikipedia


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