Mittwoch, 9. Dezember 2015

Pecunia non olet



Unter anderem gestern an der Fassade der größten katholischen Basilica zu sehen:

fiat Lux Affe

Fiat Lux – es werde Licht- hieß die Lichtshow im Vatikan, die von der Weltbank finanziert wurde. Und es ist wirklich erhellend wenn auch nicht gerade erleuchtend, was da in den Köpfen der verantwortlichen Organisatoren vor sich gegangen sein mag.
Die Fassade und die Kuppel Basilica San Pietro als Videowall zu mißgebrauchen, um eine Stunde lang unter dem fadenscheinigen Hinweis auf die Papst Enzyklika Laudato Si und einer vorgeblichen Huldigung der Schöpfung Fotos von Starfotografen zu projizieren, ist wohl das Scheinheiligste, was ich seit langem gesehen habe, und das an jenem Ort, wo sich das Grab des Apostel Petrus befindet.
»…Der Start des Heiligen Jahres findet einen krönenden Abschluss am Dienstagabend auf dem Petersplatz. Auf die Fassade des Petersdoms wird ab 19 Uhr drei Stunden lang eine Lichtshow projiziert. Das Event mit dem Titel „Fiat lux“ wird etwa eine Stunde lang dauern und dann noch zwei Mal wiederholt werden. Ab 19 Uhr übertragen wir über unsere Webseite die Veranstaltung.
Das Thema der Präsentation steht ganz im Zeichen der Umweltenzyklika von Papst Franziskus. Zu sehen sind Bilder aus Natur und der Tierwelt, aufgenommen von berühmten Fotografen wie Sebastiano Salgado, David Doubilet und Greg Hugling. Die Show ist also nicht nur pure Unterhaltung, sondern soll die Menschen für den Klimaschutz sensibilisieren - findet doch zur gleichen Zeit in Paris der Klimagipfel der Vereinten Nationen statt. Finanziert wird das Event unter anderem von der World Bank Group.
Vor der Show wurde um 18 Uhr auf dem Petersplatz noch der Rosenkranz gebetet – ein Ereignis, das dort im Heiligen Jahr jeden Abend stattfindet.  Radio Vatikan
 
Ach so!
Der Sinn des Heiligen Jahres der Barmherzigkeit ist es also, mich mit Äffchen- und anderen Bildern berühmter Fotografen für den Klimaschutz zu sensibilisieren und dies mit finanzkräftiger Unterstützung ausgerechnet jener Weltbank, die gerade was Barmherzigkeit und Sensibilität anbelangt, seit Jahrzehnten einen äußerst zweifelhaften Ruf genießt?
Da konnte ich doch noch im Oktober lesen, daß ein UN-Berichterstatter die Weltbank als menschenrechtsfreie Zone bezeichnet hat und daß die Rechte der indigenen Völker regelmäßig umgangen werden.
Pecunia non olet – Geld stinkt nicht.

Wer auch immer für dieses gestrige Spektakel verantwortlich ist - ich hoffe, es war nicht Papst Franziskus selbst! – er hat gestern einen großen, plakativen und stinkenden Kübel über das Ansehen der Kirche geleert und allem widersprochen, was uns Papst Franziskus in den letzten Monaten in oft so eindringlichen Worten nahebringen wollte.
»„Die Welt hat den Weg des Friedens nicht verstanden“, sagt der Papst. Deshalb sei Weihnachten angesichts der vielen Probleme in der Welt eine Scharade, ein Affenzirkus. „Was wird bleiben“, fragte der Papst weiter. „Ruinen, Tausende Kinder ohne Bildung, so viele unschuldige Opfer und viel Geld in den Taschen der Waffenhändler.“ Das alles widerspreche dem Gedanken der Weihnachtszeit.« Quelle
 
So soll sich Papst Franziskus laut Focus online neulich geäußert haben.
Damals war ich aufgrund dieser Äußerungen etwas ratlos.
Wenn ich aber heute an die Kosten für dieses deplazierte  und sinnlose Spektakel denke, frage ich mich auch ernsthaft,  was davon bleiben wird und wem damit real geholfen wurde, bzw. in welchen Taschen viel nicht stinkendes Geld gelandet ist.
 
Blitz in Kuppel hoch






Kommentare:

  1. Das wusste ich noch nicht, dass dieses Spektakel von der Weltbank finanziert wurde. Bisher fand ich die Idee an für sich nicht ohne Reiz und das Ziel Umweltschutz durchaus unterstützenswert, wenn auch Ort (St. Peter, heiligste Kirche der westlichen Christenheit) und Datum (Immaculata) mehr als fragwürdig waren. Aber durch den Finanzier bekommt das Ganze nun ein ganz seltsames "Geschmäckle".

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  2. Und die Reaktion von katholisch.de,das dieses Klima-Panik-Spektakel auf der Bernini-Fassade des Petersdomes-über dem Grab des Apostels-bejubelt,auf die bellfrell-Kritik wird umso fragwürwdiger. Aber die Vereinzelungsstrategie (einigen der auf die Fassade projizierten Raubtieren eigen) mit Abschreckungsabsicht wird nicht aufgehen.

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