Dienstag, 8. Dezember 2015

Das Heilige Jahr hat begonnen




Da bin ich also heute vormittag vor meinem Notebook gesessen,  BR Süd HD am Fernseher eingeschaltet und habe multitaskingmäßig den Beginn eines Heiligen Jahres verfolgt.
Schöne, eindrucksvolle Bilder kamen via TV und via Twitter und alles in allem eine angemessen würdige Feier.

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Und dann, die Spannung steigt, die Würdenträger begeben sich Richtung Heilige Pforte, der große Moment rückt näher und näher…. und da begrüßt Papst Franziskus zunächst einmal Papa Benedetto.

Benedikt und F Umarmung 8.12.2015


Und nun wirklich der große Moment, Papst Franziskus öffnet die Heilige Pforte, wobei ich dieses Zeremoniell irgendwie anders in Erinnerung hatte.

Hl. Pforte 1

Anschließend schreitet Papst Franziskus durch die Hl. Pforte,  verharrt in stillem Gebet und dann kommt etwas, womit ich so nicht gerechnet habe -  ja, schon, irgendwie,  aber nicht damit, daß dies für mich der eigentlich schönste und bewegendste, weil in seiner Art so berührendste Moment des ganzen Zeremoniells, sein würde.
Papst Emeritus Benedikt XVI geht als erster Pilger dieses Heiligen Jahres, geführt von Erzbischof Gänswein, durch die Heilige Pforte der Basilica San Pietro.
Ein Mensch, so zerbrechlich wirkend, so leicht und ätherisch, als wäre er aus der Feder eines Engels geformt worden.
Als Musiker, konnte ich mich immer auf meine Empathie, d.h. auf die Interpretation von Gefühlen bzw. Gefühlsregungen stützen, was ja nicht bedeutet, daß man dabei rührselig in einer Gefühlsduselei dahinschwelgt, im Gegenteil.
Man muß wissen, wie sich bestimmte Erlebnisse und Situationen anfühlen, um sie dann künstlerisch vermitteln zu können.
Ähnlich ergeht es mir immer wieder mit Menschen, denen ich im Laufe meines Lebens schon begegnet bin.
Mein erster, gefühlsmäßiger Eindruck hat mich nie getäuscht und des öfteren, wenn ich mich beispielsweise trotz eines schlechten ersten Eindrucks auf jemanden eingelassen habe, konnte ich früher oder später erkennen, daß jener erste Eindruck nicht unbegründet war.
Heute hat mir mein empathisches Talent einmal mehr die Augen geöffnet, welch ein großer und weiser Arbeiter im Weinberg des Herren unserer Kirche gedient hat und es immer noch tut.
Und so werden mir von dieser heutigen Zeremonie zur Eröffnung des Hl.Jahres der Barmherzigkeit vor allem diese Bilder in Erinnerung bleiben, die so eindrucksvoll zeigen, wie schön ein Mensch am Ende seiner Tage wird, wenn er sein Leben lang vor Gott gekniet hat.

»Wir wurden geschaffen, um Gott zu lieben, zu ihm zu beten und ihn anzubeten.
Auf den Knien vor Gott erreicht der Mensch die höchste Ebene seines Daseins.«
Robert Kardinal Sarah

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