Montag, 16. November 2015

Ein Anschlag, zwei Standpunkte




 Paris gedachte der Opfer mit "Requiem der Einheit" titelt der ORF und zitiert darin Kardinal Vingt-Trois, der in der Kathedrale Notre Dame u.a. meinte:
»…„Unsere Werte, die wir verteidigen, sind angegriffen“, so Vingt-Trois. Man müsse sich die Frage stellen, wie sich junge Menschen in der Gesellschaft so entwickeln können, dass sie sich für Fanatismus interessierten. Soziale Exklusion und Schwierigkeiten bei der Integration spielten dabei eine Rolle….«

Auf Facebook postete heute Pater Karl Wallner vom Stift Heiligenkreuz:

"Nach Paris wird schon wieder das übliche Ritual der hohlen Parolen inszeniert: "Wir lassen uns nicht einschüchtern. Wir ändern nichts. Wir müssen unsere WERTE verteidigen." Unter "Werten" versteht man dabei einen orientierungslosen Tolerantismus, der hedonistisch, identitätsvergessen und daher schwach ist. Das einzig "Starke" an diesen sogenannten "Werten" sind oft nur die antichristlichen Ressentiments. DIESE Werte will ich nicht verteidigt wissen. Sie gehören schleunigst ersetzt durch ein echt christliches Welt- und Menschenbild, das eben deshalb liebevoll offen ist, weil es auch Maßstäbe hat, um Identität zu bilden und Normen zu setzen. Eine Beschwörung von genau jenen "Werten", die der eigentliche Grund für diese ungeheure Destabilisierung Europas sind, ist das, was uns am allerwenigsten in eine friedliche Zukunft hilft."

Seit Jahren bemüht sich Europa nach jedem islamistischen Anschlag, Muslime nicht unter Generalverdacht zu stellen, die Integration zu forcieren, jetzt erst recht weltoffen und tolerant zu bleiben, besondere Rücksicht auf die religiösen Gefühle muslimischer Mitbürger zu nehmen und den hier lebenden Muslimen artig zum Fastenbrechen zu gratulieren, u.s.w.u.s.f.…..

Irgendwie habe ich schon auch den Verdacht, daß all diese Bemühungen, unsere eigenen Werte nach einer totalen Selbstaufgabe im Nachhinein noch verteidigen zu wollen, die falsche Strategie ist.

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