Dienstag, 6. Oktober 2015

Zurück aus Rom!

 

Die Höhepunkte

 

Der Gottesdienst zur Eröffnung der Synode 2015 war für mich der bellfrellionische Abschiedsgottesdienst, aber der nächste Aufenthalt ist schon gebucht und es wird Ende April 2016, im außerordentlichen Hl. Jahr, erneut auf Romfahrt gehen. Das ist überschau- und erwartbar.

Mein erster Tag in Rom begann mit der General Audienz, von der es diesmal keine Fotos des vorbeifahrenden Hl. Vaters, samt den davor in die Höhe gereckten menschlichen Pratzen, die Smartphones und Deppenzepter schwingend den Papst selbst gar nicht sehen. Mit einer entzückenden, kleinen indischen Schwester, die den zu ihr passenden Namen “Mini” trägt, stehe ich an der Bande und wir beide genießen den Papst in echt, haben keinerlei Stress mit irgendwelchen technischen Schnickschnacks und setzen uns dann zufrieden und beseelt nieder, um der Katechese zu lauschen und dabei ein wenig vor uns hinzufrieren; denn es ist an diesem letzten Audienztag im September 2015 relativ kühl und windig.

Die Sache mit den Kameras und Smartphones hat sich in den letzten Jahren zu einer Plage ungeheuerlichen Ausmaßes entwickelt und es ist schon erschütternd, wie auch der (hohe) Klerus selbst diesem Wahnsinn - noch dazu während der Feier einer Hl. Messe-  frönt. Irgendwann werdet Ihr dann erkennen, daß Ihr Euer Leben und die Welt lediglich in kurzen Passagen auf einem kleinen Display erlebt habt.
Da halte ich es doch besser mit der Hl. Jungfrau Maria, die sich “alles in ihrem Herzen bewahrte, um darüber nachzudenken”.

Auf dem Weg von Santa Maria Maggiore zu San Giovanni Laterano erwischte mich der Regen so richtig und ließ mich dann sehr lange in der Lateransbasilika verweilen. Dort hatten sich sehr viele Pilger einer Malteserwallfahrt versammelt, aber alle waren guter Dinge, niemand machte ein finsteres Gesicht -  außer dem römischen Himmel.

Am Tag nach dem starken Regen beginnt der römische Morgen mit einer magischen Nebelwand, die plötzlich die Kuppel der Basilika verschwinden und wieder erscheinen und gar interessante Obelisken in Pfützen  auftauchen läßt.

Für einen Touristen und Pilger wird Rom immer etwas unvergleichlich Schönes sein und bleiben, für den Römer selbst gestaltet sich das Leben in Rom zusehends schwieriger. Nicht wenige fürchten sich schon vor den Herausforderungen des kommenden Hl. Jahres. Und dann gibt es da noch jene, die trotz allem die Ruhe weg haben und ein Liegestuhl für eine Siesta findet sich immer. Apropos Stühle: Das Ende eines Stuhlkreises sieht immer wieder unschön aus. Darum hat man früher lieber in herrlichem, massiven Gestühl Platz genommen, welches beim Aufstehen weder blöd quietscht noch in lautem Krach in sich zusammenfällt. Selbstverständlich war auch hier Kommunikation möglich, denn man saß sich gegenüber.

Wenngleich auf  meiner persönlichen Pilgerreise auch nichts wirklich geplant war, so hatte sie dank der römischen bildenden Kunst sehr oft Hand und Fuß und zwischendurch gingen sich auch immer wieder Erfrischungen und Stärkungen à la dolce vita aus.

Irgendwie reichen aber alle Fotos dieser Welt  nicht aus, um zu beschreiben, was für ein Gefühl  Rom in einem selbst auslöst. Sei es nun beim einfachen flanieren durch das weltliche Rom, beim Beten des Rosenkranzes vor einer Papstmesse oder aber -wie oben beschrieben- beim sich vereint fühlen mit Sister Mini, die mich sofort in ihr Herz geschlossen hat und umgekehrt.

 

Benedetto


 

Wer glaubt ist nie allein - und in Rom schon gar nicht!

 

 

 

 

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Kommentare:

  1. "Irgendwie reichen alle Fotos der Welt nicht aus ..." - genau so ist es!
    Trotzdem: zauberhafte Bilder hast Du da mitgebracht!

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  2. Wunderbare Bilder! Ist das der Teufel, der vor dem Weihwasserbecken ich glaube in St. Paul vor den Mauern flieht?

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    1. Richtig erkannt, werter sacerdos! Die Kraft des Weihwassers...

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 Spamer und Trolle werden umgehend in den Wald zurückgeschickt.

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