Donnerstag, 15. Oktober 2015

Jonglieren mit Worthülsen




Bisher habe ich immer gedacht, daß das Jonglieren mit Worthülsen – also bedeutungslose Wörter die lediglich vorgeben, einen tieferen Sinn zu haben- ausnahmslos Politikern und solchen, die es werden wollen,vorbehalten sei.
Leise Zweifel haben mich aber im Lauf der Jahre schon des öfteren beschlichen, daß das sogenannte Dampfplaudern auch beim Klerus Einzug gehalten hat. Erlebt man doch immer wieder mehr oder weniger hohe Geistlichkeit, die sich anläßlich der Sonntagspredigt in schöngeistigem Blabla ergeht, sich auch noch sichtlich wohlfühlt, relativistisches Geschwätz von sich zu geben, anstatt der Herde in klaren Worten  das Evangelium zu erklären.
Im Zuge der Synode hat es nun die deutsche Wortschöpfung “Lebenswirklichkeit” bereits zu erstaunlicher Berühmtheit gebracht, die -auch wenn sie aus dem Mund eines Osnabrücker Bischofes zur gehobeneren Version “Lebensrealität” vervollkommnet scheint-  einerseits sinnlos, andererseits doch sehr bezeichnend für das sich an den Zeitgeist anbiedern wollen  steht.
Bislang findet dieser Begriff vor allem bei der deutschen Schwerpunkt Thematik gescheiterter Ehen sowie bei Beziehungsvarianten in sämtlichen(!) Konstellationen Verwendung.
Man meint also, wenn sehr viele gegen ein Gebot zuwiderhandeln -bzw. sich ohnehin einen feuchten Kehricht darum scheren, weil man es aus Pseudoprestigegründen  jahrzehntelang verabsäumt hat, der Herde den Katechismus zu erklären – , dann müsse/könne man den Spieß kurzerhand umdrehen und dürfe göttliche Gebote einfach außer Kraft setzen.
Nun, das wäre nicht schlimm, wenn wir alle miteinander ohnehin nicht mehr glauben würden, aber zumindest von Bischöfen und Priestern sollte man sich doch erwarten dürfen, daß sie sich doch dem katholischen Glauben und der Lehre verpflichtet fühlen?
Nein?
Denn dann könnte man die Logik hinter dieser Relativierung gleich auch auf andere Bereiche ausdehnen.
  • Wenn Menschen lügen und betrügen, dann gehört die Lüge zu deren Lebenswirklichkeit
  • Wenn Menschen töten…
  • Wenn Menschen stehlen und rauben ….
  • u.s.w….

Alles Lebenswirklichkeiten, von denen in der Tat nicht wenige Menschen betroffen sind, die es also zu akzeptieren gilt und von wo man diese Menschen abholen muß, weil man ihnen nicht sagen kann/darf, daß sie (schwere) Verfehlungen begehen (nicht nur glaubensmäßig!) und weil man dann als Überbringer einer solchen Negativ-Botschaft zum Spielverderber und zur Spaßbremse werden könnte.
Wie stünde man denn dann da?
Womöglich wie ein Robert Kardinal Sarah, der in der jetzigen Synode quasi wie ein Fels in der Brandung der Einzige scheint, dessen Vernunft, Herz und Gewissen noch nicht vom Zeitgeist okkupiert worden sind.

»…We must proclaim the truth without fear, i.e.  the Plan of God, which is monogamy in conjugal love open to life. Bearing in mind the historical situation just recalled, it is urgent that the Church, at its summit, definitively declare the will of the Creator for marriage. How many people of good will and common sense would join in this luminous act of courage carried out by the Church!
Together with a strong and clear Word of the Supreme Magisterium, Pastors have the mission of helping our contemporaries to discover the beauty of the Christian family. To do this, it must first promote all that represents a true Christian Initiation of adults, for the marriage crisis is essentially a crisis of God, but also a crisis of faith, and this is an infantile Christian initiation. Then we must discern those realities that the Holy Spirit is already raising up to reveal the Truth of the Family as an intimate communion in diversity (man and woman) that is generous in the gift of life. We bishops have the urgent duty to recognize and promote the charisms, movements, and ecclesial realities in which the Family is truly revealed, this prodigy of harmony, love of life and hope in Eternity, this cradle of faith and school charity. And there are so many realities offered by Providence, together with the Second Vatican Council, in which this miracle is offered.«
 Quelle: Edward Pentin
 
Haec est porta



P.S.: Diese neuen Lebenswirklichkeiten hinterlassen nicht selten Spuren und Opfer, denen man dann vielleicht auch erklären sollte, warum sie nun mit ihrer dadurch entstandenen Lebensrealität gefälligst zurecht kommen müssen.





Keine Kommentare: