Samstag, 26. September 2015

» Österreich will gar nichts «



So titelt ein Artikel auf »Die. Presse.com« und zitiert damit den ungarischen Premier Viktor Orbán, welcher sich gestern in Wien sowohl mit Kanzler Faymann als auch mit Vize Mitterlehner zwecks einer Aussprache getroffen hat.
Nun, Österreich will schon einiges, aber Österreich wird derzeit durch eine bestechend unfähige Regierung vertreten, deren schizophrenes Wollen darin besteht, sich die Hände zu waschen und dabei möglichst nicht naß zu werden.
Dazu gehört u.a., mit dem dem Finger auf ein angeblich inhumanes ungarisches Durchwinken von Migranten nach Österreich zu zeigen, aber seinerseits die großartige, beinahe übermenschliche Leistung herauszukehren, wie humanitär(!) das Durchwinken derselben Menschen sei, die man unregistriert und ungefiltert aus Ungarn übernimmt und dann zu Tausenden durch Österreich hindurch an die Grenze von Salzburg-Freilassing schleust.
Merke: Der Schleuser Faymann ist gut, der Schleuser Orbán hingegen ein Menschenverächter.

Ich frage mich seit Wochen, was wird unser genialer Kanzler wohl tun, wenn Deutschland (wahrscheinlich die Bayern, welche wie es scheint, die einzigen sind, deren Verstand noch nicht gänzlich verschwunden ist) die Grenzen endgültig dicht macht und Österreich gezwungen ist, selbst zu registrieren, auf das Land zu verteilen und tausende Anträge zu bearbeiten?
Das permanente Geschrei nach einer europaweiten Quote wird uns dann wohl kaum nützen und der bescheuerte Dauerstreit mit Orbán dann eher nicht  dessen Kooperationsbereitschaft fördern.
»…Beim EU-Sondergipfel habe er, Orbán, angeboten, zusammen mit anderen Mitgliedstaaten die Grenzsicherung in Griechenland zu übernehmen. Doch das sei abgelehnt worden. Jeder Tag zähle, denn jeden Tag kämen wieder 8000 bis 10.000 neue Migranten. „Die Frage ist nun: Sind wir bereit, die Völkerwanderung an der kroatisch-ungarischen Grenze zu stoppen?“
Orbán sieht zwei Möglichkeiten. Entweder, man gehe auf das Angebot des kroatischen Premiers ein, einen Korridor für Flüchtlinge zu errichten. Darüber könne auch Ungarn reden. Doch Faymann habe ihm gesagt, dass Österreich einen solchen Korridor ablehne. Als zweite Option bleibe dann nur noch übrig, einen Zaun an der Grenze zu Kroatien zu bauen. Doch auch das wolle Österreich nicht. „Österreich will gar nichts“, sagt Orbán. Auf Dauer sei dieser Standpunkt jedoch nicht aufrechtzuerhalten. „Früher oder später muss etwas gewollt werden.“ Denn schon bald, so Orbán, könnte sich die Flüchtlingskrise mit vollem Gewicht auf Österreich legen….«
 
Die europäische Wertegemeinschaft hat Wert darauf gelegt, durch Abschaffung sämtlicher Binnengrenzen zwischen den einzelnen Mitgliedstaaten völlige Reise- bzw. Bewegungsfreiheit zu erlauben. Gleichzeitig hat sie es aber verabsäumt, für diese Freiheit ein gemeinsames Sicherungskonzept der dadurch wichtiger gewordenen Außengrenzen zu schaffen. 
Die Gebäudesicherung für ein überdimensionales Wellness und Luxusressort einzig und allein den Bewohnern der außen liegenden Freizeitanlagen zu überlassen, war von Anfang an eine Fehlkonstruktion und wähnte die Kernländer Europas in einer Scheinsicherheit.
Wo er Recht hat, hat er Recht, der vielgeschmähte Orbán, die Grenzsicherung Europas ist kein spezifisch griechisches oder italienisches oder irgendeines anderen Einzelstaates Problem.
Es ist Angelegenheit der gesamten EU, jedes einzelnen Mitgliedstaates, also z.B. auch Österreichs oder Deutschlands, und aufgrund dieser Tatsache gehört die Sicherung der EU Außengrenzen auch von allen mitgetragen.
Ansonsten wird es wohl eher früher als später mit dem von Brüssel aus organisierten Luxus Wellnessressort EU  ein allzu bitteres Ende haben.



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