Dienstag, 18. August 2015

Weg mit jenen Büchern, …



….die da politisch unkorrekte Wörter oder gar andere, mit heutiger Verlogenheit nicht mehr konvenierende Aussagen enthalten, sprach Frau Christina Kälberer und 3200 Bücher sind aus der Bad Dürrheimer Stadtbibliothek zum großen Unverständnis vieler Lesepaten aber zu unser Seelenheil und Wohl entsorgt worden.
 „Wir gehen bei diesen Aktionen nach drei Kriterien vor“, erläutert sie. Diese sind: Aktualität, Häufigkeit des Ausleihens, Zustand. Sind diese Anforderungen nicht erfüllt, wird das Buch ausgemustert. Kälberer hat einerseits Verständnis für die Bestürzung, die in Bad Dürrheim herrscht. „Jeden Bücherfreund kostet es emotional Überwindung, ein Buch wegzuwerfen.“ Andererseits wirbt sie um Verständnis, an die Aktion „sachlich heranzugehen“, wie sie dem SÜDKURIER sagte. Einige Bücher seien jahrelang nicht ausgeliehen worden und nur verstaubt. „Da verstehe ich den Hype einfach nicht.“ Die Fachstelle für öffentliches Bibliothekswesen beim RP berät Bibliotheken bezüglich des Bestands, der Weiterentwicklung und des Konzepts. Nur Sachbücher mit Aktualitätswert – Recht, Reiseführer – wurden aus dem Bestand genommen. Bei Kinder- und Jugendliteratur weist die Bibliothekarin darauf hin, dass einige Bücher in alter Rechtschreibung verfasst seien, „wobei die richtige Schreibweise gerade für Kinder wichtig ist.“ Außerdem sei das so genannte Wording, also die Formulierung, in einigen Büchern nicht zeitgemäß. Christina Kälberer nennt etwa das Wort „Neger“, das noch in Klassikern vorkomme.

Und futsch sind 40% der gesamten Stadtbibliothek.
„Hier wurde ein unwiderruflicher Schaden verursacht“, sagt Lesepate Karl Lotz. „ Ein unheilbarer Schaden am kulturellen Leben der Stadt.“ Denn bei der Räumung wurden auch Werke vernichtet, die es so nicht mehr zu kaufen gibt, wie etwa von Erich Kästner.

Lassen wir Erich Kästner selbst zu Wort kommen:

»Es gibt nicht nur die ewig Gestrigen,
es gibt auch die ewig Morgigen.«

»Wer Bücher schenkt, schenkt Wertpapiere.«

»An allem Unfug, der passiert, sind nicht etwa nur die schuld, die ihn tun, sondern auch die, die ihn nicht verhindern.«

»Die Dummheiten wechseln, aber die Dummheit bleibt.«


Als ob es Kästner geahnt hätte, daß dereinst wieder einmal ein ideologischer Schwachsinn um sich greifen wird, der aufgrund  für unkorrekt befundener Wörter  reinen Gesinnungsterror darstellt und so einen neuen Index kreiert.


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