Samstag, 18. Juli 2015

Herumeiern



Genau so muß man das bezeichnen, was uns die Medien, in diesem Fall der ORF, bezüglich des Attentäters von Chattanooga bieten.
Bei seinem High-School Abschluß sah Mohammad Youssuf Abdulazeez noch so aus:


Chattanooga Attentäter Highschool Jahrbucheintrag

Die launische Bemerkung im Jahrbucheintrag, des in Kuwait geborenen Amerikaners mit palästinensischen Eltern, daß sein Name quasi “Staatsalarm” auslösen würde, bekommt angesichts der Ermordung von vier Menschen eine groteske, perfide Note.
Irgendwann, hat sich der angeblich unauffällige und laut Behörden nicht besonders gläubige Mohammed dann doch – zumindest optisch- auffällig verändert, wie das neueste Bild beweist:


Chattanooga Attentäter Bild 2
Mohammad Youssuf Abdulazeez, pictured at the time of his arrest in April 2015 for a traffic offense in Chattanooga. Photograph: Hamilton county sheriff's office/EPA

Und Ernst Kernmayer, weiß uns heute im Ö1 Mittagsjournal noch zu berichten, daß Mohammad erst kürzlich einen Blog im Internet begonnen hat, wo er Anfang der Woche -
»….zu einem frommen Leben als Moslem gemahnt habe, von Gewaltaufrufen ist darin nichts zu finden.«
ORF Audio

Wozu sollte er selbst denn zu Gewalt und Terror aufrufen?
Das hat im September 2014 doch schon ein anderer gemacht und seither waren einige, bis zum jeweiligen Anschlag stets unauffällige, nicht besonders gläubige Attentäter doch ziemlich effizient.


»…Der US-Terrorismus-Experte Sebastian Gorka ist im Gespräch mit unserer Zeitung davon überzeugt, dass „diese Botschaft aus dem terroristischen Hintergrund al-Adnanis zu verstehen ist: Er richtet sich an mögliche Einzeltäter auf der ganzen Welt. Sie sollen den Kampf des IS in Syrien und im Irak durch Anschläge unterstützen“. Gerade weil sich diese Botschaft besonders an jene richte, die mit hoher Wahrscheinlichkeit in Syrien von den Dschihadisten militärisch ausgebildet wurden und dann in ihre Heimatländer zurückkehrten, „ist das Risiko für die westlichen Sicherheitsbehörden so gut wie gar nicht einzuschätzen“….«  Quelle

Man höre und staune, das Risiko ist schwer einschätzbar und es handelt sich um Einzeltäter, die meist auf einer Reise waren, von der sie gut ausgebildet zurückkehren.
Mohammad war auch auf Reisen, wie man im ORF Bericht erfahren darf:

»…Die Ermittler interessieren sich besonders für eine längere Reise, die Abdelazeez im Vorjahr nach Jordanien unternommen hat und auf der er möglicherweise auch andere Länder besucht hat….«

Die Frage, was den 24-jährigen Mohammad Youssuf Abdulazeez angetrieben hat, ist m.E. äußerst einfach zu beantworten und dieses Herumeiern seitens Medien und Behörden eine einzige Peinlichkeit, die noch dazu tief blicken läßt, wie wenig die Bekämpfung des Terrorismus den USA gelingt, bzw. gelingen will.
Vom blauäugigen Europa, das sich immer noch – auch nach den Attentaten/Anschlägen in Madrid, London, Brüssel oder Paris – selbstzufrieden in Sicherheit und Pseudofrieden wähnt, kann man auch keinerlei Erfolgsmeldung erwarten.
Uns hingegen bleibt nur abzuwarten, bis wieder ein nicht besonders gläubiger junger Mann von einer Reise zurückkehrt……


Link: The Guardian

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