Samstag, 6. Juni 2015

Salzburger Kaiviertel goes crazy!



Stellen Sie sich einmal vor, Sie lägen im Spital der Barmherzigen Brüder in Salzburg.
Stellen Sie sich vor, Sie hätten eine schwere Krankheit, bedürfen der Ruhe und des Trosts oder stellen Sie sich vor Sie wären Arzt und müßten jemandem mitteilen, daß sein Angehöriger gerade verstorben ist.
Traurigkeit, Fassungslosigkeit, Hilflosigkeit sind wohl die ersten Emotionen, die einem für solch eine Situation einfallen. Manch einer geht dann vielleicht auch in die Krankenhauskirche, um dort Trost im stillen Gebet oder während der täglichen Messe (Wochentags 18.30 Uhr, Sa- So –und Feiertag 18.00 Uhr) zu finden.
Wenn Ihnen dies alles beispielsweise heuer am 5. und 6. Juni, also gestern und heute passiert, dann können Sie Sich Ruhe oder gar stilles Gebet vollkommen abschminken.
Dann werden Sie Dank der Veranstalter des Kaiviertelfestes und des Salzburger Stadtmagistrates, der für die Genehmigung solcher Feste wohl zuständig sein dürfte, von 15-24 Uhr ununterbrochen mit Musik beschallt, von einer Bühne die direkt vor dem Krankenhaus aufgestellt ist,


Kaiviertel goes crazy Bühne
- und deren Rückwand lediglich aus einem leichten schwarzen Stoff besteht und somit keinerlei Schallschutz für das dahinter befindliche Krankenhaus bietet. Jedes mal, wenn die Tür zur Kajetanerkirche aufgeht, entsteht der Eindruck, als ob ein Eurofighter abhöbe. Mit den Fenstern jener Krankenzimmer, die direkt auf den Kajetanerplatz hinausgehen wird es daher genau so sein.
Ich konnte nicht in Erfahrung bringen, ob sich die Leitung der Barmherzigen Brüder rechtzeitig, also schon bei der Planung dieser Veranstaltung eingebracht und beispielsweise vorgeschlagen hat, daß die auftretenden Musiker zwischen 18.00 Uhr und 18.45 eine Pause einlegen könnten oder die Bühne mit dementsprechenden Lärmschutz zum Krankenhaus hin ausgestattet wird.
Ich selbst konnte dieser verrückten Lärmhölle heute nach einer guten halben Stunde entfliehen, jedoch befiel mich schon so ein gewisser Hl. Zorn, über die Indolenz und die mangelnde Rücksichtnahme seitens der Veranstalter und des Salzburger Stadtmagistrats.
Es geht ja keineswegs darum, den Kaiviertlern ihr Fest zu verbieten, aber eine Bühne samt Beschallungsanlage vor einem  Krankenhaus?
Zudem standen vor dieser garantiert mindestens 90 Dezibel abschallenden Bühne gerade einmal grob gezählte 50 Personen als ich gegen 18.00 Uhr bzw. 19.00 Uhr  vorbeigegangen bin.
Man kann jetzt sagen, aber das ist ja nur einmal im Jahr und das muß man doch aushalten können..u.s.w..
Nein, das muß man nicht, denn die Patienten, welche gerade dieses Wochenende  ins Krankenhaus eingeliefert wurden, haben sich ihre Ruhe genau so  verdient, wie jene, die das restliche Jahr über von den Ärzten, Schwestern und dem gesamten Krankenhauspersonal bestens betreut und versorgt werden.
Dafür wären sowohl die Organisatoren des Festes, die genehmigende Behörde (Magistrat Salzburg), der die Lärmschutzverordnungen des Landes Salzburgs offensichtlich völlig egal sind, aber auch der Vorstand des Krankenhauses zuständig.  
Wer vor einem Krankenhaus hupt, kann bestraft werden.
Kaiviertel goes crazy Spital Zeichen

Wer ein Krankenhaus zwei Tage lang mit Lautsprechern beschallt,
bekommt eine behördliche Genehmigung – das ist wirklich krank!

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