Mittwoch, 10. Juni 2015

In einer Demokratie…



…entscheidet der Wähler wer regiert – meistens; denn im Zuge der Regierungsbildungen entstehen dann des öfteren Koalitionen,  an die der Wähler keineswegs gedacht hat, als er sein Kreuzchen in das ihm mehr oder weniger erfolgreich indoktrinierte Kästchen gemacht hat.
Bis jetzt hieß es aus der Löwelstraße ja immer, es sei völlig abwegig, daß eine SPÖ jemals mit der Gottseibeunspartei koalieren würde. Das wäre völlig ausgeschlossen.
Nun, seit letzter Woche wissen wir, daß  hier eine –sagen wir mal- vom Kreuzchenmacher erzwungene neue Situation geschaffen wurde.
Die letzten Jahre wurde, bzw. konnte der Kreuzchenmacher unseres Staates erfolgreich ignoriert werden, weil sich immer noch andere Optionen auftaten, die es ermöglicht haben, daß die SPÖ auf jeden Fall an der Futterkrippe  Regierungsspitze bleiben kann. Doch plötzlich ist der brave Österreicher ausgerastet und hat der FPÖ zu viele Stimmen zukommen lassen.
Das mag jetzt anstoßerregend sein, wie es will, aber auch das ist Demokratie, daß der Wähler etwas anderes macht, als es die SPÖVP vorgibt.
Was also tun, aus Sicht einer Partei, die trotz Wählerwatschen auf keinen Fall Machtposition abgeben will?
Richtig, man schickt sich trotzdem wieder ins Rennen, läßt alle vorher abgelegten Niemals mit Bezeugungen fahren, wie den sprichwörtlichen Schaaß im Sturmwind, denn es ist Gefahr im Verzug! Nicht die Gefahr, daß ein Bundesland wie das Burgenland auch nur irgendwas anstellen könnte, ganz egal von wem es letztendlich traktiert  regiert wird, nein, die Gefahr sei, daß ohne Regierungsbeteiligung der SPÖ das Burgenland unsozial und ohne Norbert Darabos das Burgenland keinerlei Bollwerk gegen Rechts hätte und darum sei es quasi heroische Pflicht der SPÖ mit der Gottseibeiunspartei zu packeln - nur darum.
Und nur darum kann unser Bundestaxler auch in aller Ruhe seinen Pflichten nachgehen, mit seiner ruhigen Hand nach einem sozial verträglichem und nachhaltigem Ankerbrot greifen.

Faymann bei Ankerbrot

Ich hoffe, er gibt dem Hofburgeinlieger UHBP Fischer  ein paar dieser Brote zum Bilderbergertreffen mit, damit dieser dort nicht mit leeren Händen auftreten muß.
Ob es die Bilderberger wohl interessiert, daß sich in Österreich gerade ein derart unaussprechliches Techtelmechtel abspielt?
Und wäre es nicht angebracht, zumindest aus Sicht der elitären Wertegemeinschaften außerhalb Österreichs  ein paar Sanktionen anzudrohen oder zumindest Besorgnis und Kümmernis auszudrücken?
Letzte Woche durften wir in angewandter Staatskunde sehen, daß sich Österreichs erste und vielgerühmte Nie wieder Partei für ihren Machterhalt mit ihrem und unserem größten Feind ins Bett legt und dafür noch hehre Gründe zu nennen weiß.
Was lernen wir daraus?
Du kannst in Österreich tatsächlich, wie in einer echten Demokratie, wählen wen Du willst, am Ende kommt immer ein Koalition mit der SPÖ heraus.

P.S.: Nicht, daß mir jetzt jemand beim (nicht sinnerfassenden) Lesen dieses Post unterstellt, ich wäre der FPÖ zugetan.
Nein, es ist die mit den Händen zu greifende Prostitution in der Löwelstraße, die mir gegen den Strich geht und würde sich irgendeine andere Partei genauso verhalten, wäre es mir ebenso zuwider.



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