Dienstag, 16. Juni 2015

Endlich sagt es einer!



Kurienkardinal Peter Turkson hat in einem Interview der FAZ Klartext gesprochen:

Kardinal Turkson


»…Turkson beklagte, dass sich die meisten Flüchtlinge große Illusionen über ihre Zukunft in Europa machten. „Die wirkliche Geschichte ihrer Wanderschaft wird daheim nie erzählt; über die Erniedrigung und die Schmerzen wird geschwiegen.“ In Afrika müssten realistische Informationen über die Gefahren der Flucht und die Situation in Europa verbreitet werden. „Noch fehlt der Dokumentarfilm für jene zuhause, die sich vielleicht noch aufmachen wollen, mit dem Titel: Der Weg der zerbrochenen Träume.“…«

Nun, dafür dokumentiert der ORF Salzburg einen rührseligen Bericht, der zeigt, wie Oberstufenschüler des akademischen Gymnasiums selbstgebackenen Kuchen, Getränke und Spiele zum Zeltlager an der Salzburger Alpenstraße bringen und dabei tatkräftig von der Exlandesrätin Doraja Eberle kommandiert  unterstützt werden






»…Der Kardinal appellierte an die Europäer, die Fluchtursachen in den Heimatländern zu bekämpfen. „Mildtätigkeit ist garantiert keine Lösung.“ Europa selber könne nicht immer mehr Menschen aufnehmen und integrieren. „Wir haben die Krisen in den EU-Ländern von Griechenland bis Frankreich; die Angst vor Überfremdung in der Bevölkerung. Europa muss versuchen, dort anzusetzen, wo die Menschen ihre Wanderung beginnen.“…«

Wie in dem Film die Schüler selbst sagen:
Es ist eine nette Geste.
Aber es ist keinerlei Hilfe, geschweige denn eine Lösung, wenn wir bei einer neuerlichen Entvölkerung – diesmal mehr oder weniger freiwillig-  des afrikanischen Kontinents zusehen und, aus welchem Kalkül auch immer, weiterhin falsche Signale Richtung Afrika senden.
Europa ist in der Pflicht, ja.
Es ist in der Pflicht, die Destabilisierung Afrikas nicht zusätzlich zu fördern, indem es diktatorische Systeme unterstützt .
»…Mit Blick auf die Kolonialgeschichte sagte der Kardinal, Europa habe sich aus der Verantwortung für seine ehemaligen Kolonien geschlichen. Nur deshalb hätten China und Indien heute so großen Einfluss in Afrika. Zugleich kritisierte der Kurienkardinal die afrikanischen Eliten, die nie gelernt hätten, dass Macht dazu da sei, den Menschen zu dienen. „Die Eliten wollen herrschen um der Macht und des Reichtums willen.“…«

Die Hilfs Aktion der Schüler ist ähnlich hilflos -wenngleich rührend- wie die politischen Reaktionen der EU und deren Mitgliedsstaaten.
Die abzusehenden katastrophalen Folgen durch die Versagenspolitik der EU bezüglich des Exodus in Afrika werden jedenfalls mit Kuchen, Getränken und Spielen nicht abzufedern sein.




Quellen: ORFRadio Vatikan


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