Freitag, 8. Mai 2015

Kompetenzen

 

Es ist doch immer wieder nett, was in einem Provinzkirchenblatt geschrieben steht, beispielsweise im Salzburger Rupertusblatt, aus der Feder einer Frau Mag. Gertraud Katzlberger, abgelegt in der Rubrik   “KURZ&BÜNDIG” und zu dem Behufe, gar kluge Gedanken zum bevorstehenden Muttertag über die Leser (ob gläubig ist wohl Nebensache) zu ergießen.

 

»Wenn Flieder und Tulpen blühen und die Parfumerien ihre Düfte anpreisen, steht der Muttertag vor der Tür.

Meine Mutter ertrug die gehäkelten Topflappen und Gedichte mit Gleichmut. Ich weiß nicht, ob Volksschulkinder heute noch Muttertagsgedichte auswendig lernen, aber ich denke, die Rolle, die einer Mutter zugedacht wird, hat sich doch ein wenig geändert. Das ginge auch gar nicht anders, wenn man an die Vielzahl der Patchworkfamilien und damit auch an die „Stiefmütter“ denkt. Wer ist denn nun die „echte“ Mutter, wer die „liebste“ und schafft es eine Stiefmutter, dem Teufelskreis aus Fangfragen und Begutachtet werden zu entkommen? Fallen über Fallen für Frauen, die die Kinder ihrer Partner von ihren Qualitäten überzeugen oder gar um sie werben müssen. Das sorgende „Mütterlein“ ist ein Relikt aus vergangenen Tagen. Frauen in ihren Familien müssen heute viel mehr durch soziale Kompetenz und Persönlichkeit überzeugen

 

Ach, ist es nicht schön?
“Das sorgende Mütterlein”  - was wohl ein politisch korrektes Kirchenzeitungspseudonym für die  “liebende Mutter” sein soll, wird durch “Frauen mit sozialer Kompetenz und Persönlichkeit”  ersetzt.
Man sollte die Frau Magister mit gehäkelten Topflappen aus der Redaktion jagen und ihren Posten ersatzlos streichen.
Derlei Null Acht Fünfzehn Beiträge kann man in jeder Frauenzeitschrift beim Zahnarzt lesen, dazu braucht's kein Kirchenblatt, weder kurz noch bündig.

 

Bienchen
 


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