Sonntag, 19. April 2015

Et sibi nomen imposuit Benedicti decimi sexti!



Am 19. April 2005 um 18.43 war es so weit.
Der Protodiakon mit dem pfiffigen Gesicht verkündete von der Benediktionsloggia des Petersdomes den neuen Papst und ich tat den ersten Aufschrei. als er den Namen Josephus aussprach, denn nun wußte ich, das kann nur einer sein: Joseph Kardinal Ratzinger. Und als er dann in seinen Ausführungen fortfuhr, da war der Jubel in unserem Wohnzimmer ein ähnlicher, wie der auf der piazza San Pietro, wenn auch um einige Dezibel schwächer. Und ich muß ehrlich sagen, ich weiß nicht, warum ich plötzlich so begeistert war, ich konnte einfach nicht anders.

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Ich bin 2005 schon das vierte Mal in Folge in Rom gewesen - 2001 war es das erste Mal, mit einer lieben, älteren Freundin, die mir die Liebe für die Stadt Rom ins Herz gepflanzt hat und mir auch in vielen Glaubensfragen immer wieder eine Inspiration war.
In Folge war ich noch zweimal beruflich, also der Musik wegen, in Rom und dann jedes Jahr wieder.
Kurzum, ich kannte mich schon ein bißchen aus mit den Bildern, die ich da im Fernsehen sah:
Die gigantischen Dimensionen des Platzes und die - nennen wir es-  “Spiritualität”, die von diesem Hl. Ort ausgeht und der man sich nicht mehr entziehen kann, wenn man es nur einmal zugelassen hat, die Menschenmenge die da im Regen stand und gespannt ausharrte und dieses Gefühl des geborgen seins, welches man auf der piazza immer wieder hat, egal, ob nun ein paar Leute am späteren Abend dort sind oder Unzählige, wie eben an jenem Tag.
Von Kardinal Ratzinger habe ich bis dato noch nicht sehr viel gewußt.
Ich kann mich erinnern, daß ich sofort zum Telefon gegriffen habe und jene liebe Freundin aus dem benachbarten Bayern angerufen habe, die mit kreischendem Jubel und  Euphorie den Apparat abgenommen hat und meinte:” Und von ihm habe ich einen Segen bekommen, als er noch Kardinal war und immer am Donnerstag in der Früh die Messe im Campo Santo zelebriert hat”.

Und dann kam der neue Papst auf die Loggia und sprach seine ersten Worte an uns:
Cari fratelli e sorelle, dopo il grande papa Giovanni Paolo secondo…

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„Liebe Schwestern und Brüder!
Nach dem großen Papst Johannes Paul II. haben die Herrn Kardinäle mich gewählt, einen einfachen und bescheidenen Arbeiter im Weinberg des Herrn.
Mich tröstet die Tatsache, daß der Herr auch mit ungenügenden Werkzeugen
zu arbeiten und zu wirken weiß.
Vor allem vertraue ich mich Euren Gebeten an.
In der Freude des auferstandenen Herrn und im Vertrauen auf seine immerwährende Hilfe gehen wir voran. Der Herr wird uns helfen, und Maria, seine allerseligste Mutter, steht uns zur Seite. Danke.


Damals habe ich begonnen, mich mit dem Glauben und der Kirche wieder intensiver zu beschäftigen. Es war nicht nur so, daß ich bloß ein “Papstfan” geworden wäre, nein, Benedikt der XVI., der einfache Arbeiter im Weinberg des Herren, hat mich, die kleine Weinrebe, ab diesem Abend durch so viele seiner Reden, Predigten und Bücher wachsen lassen.
Und dafür, daß der Heilige Geist uns diesen wundervollen Menschen als Papst geschenkt hat, bin ich unserem HErrgott  bis ans Ende meiner Tage dankbar. 
P.S.: Und für meine liebe Freundin aus Bayern auch – Gott ist tatsächlich mit Dir, Du Land der Bayern….

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