Sonntag, 26. April 2015

Der gute Hirt

 

 

»In jener Zeit sprach Jesus: Ich bin der gute Hirt. Der gute Hirt gibt sein Leben hin für die Schafe.
Der bezahlte Knecht aber, der nicht Hirt ist und dem die Schafe nicht gehören, lässt die Schafe im Stich und flieht, wenn er den Wolf kommen sieht; und der Wolf reißt sie und jagt sie auseinander. Er flieht,
weil er nur ein bezahlter Knecht ist und ihm an den Schafen nichts liegt.
Ich bin der gute Hirt; ich kenne die Meinen, und die Meinen kennen mich,
wie mich der Vater kennt und ich den Vater kenne; und ich gebe mein Leben hin für die Schafe.
Ich habe noch andere Schafe, die nicht aus diesem Stall sind; auch sie muss ich führen, und sie werden auf meine Stimme hören; dann wird es nur eine Herde geben und einen Hirten.
Deshalb liebt mich der Vater, weil ich mein Leben hingebe, um es wieder zu nehmen.
Niemand entreißt es mir, sondern ich gebe es aus freiem Willen hin. Ich habe Macht, es hinzugeben, und ich habe Macht, es wieder zu nehmen. Diesen Auftrag habe ich von meinem Vater empfangen.«
Evangelium nach Johannes 10,11-18

 

Das ist schon ein sehr eindeutiges Statement, welches Jesus vor seinen Jünger und Stellvertretern abgegeben hat.
Was ist im Lauf der Jahrhunderte u.a. daraus geworden?
Eine jämmerliche “Wir sind Kirche”  und “Ungehorsame Priester” Truppe.
Am heutigen Tag des guten Hirten sollte mancher dieser bezahlten Knechte sich ehrlich und ernsthaft fragen, ob er wirklich bereit wäre, sein Leben für die Schafe hinzugeben, wenn er beispielsweise gerade weinerlich über seine wenige Freizeit jammert.
Wäre einer dieser guten Hirten bereit, sich dem Wolf in den Weg zu stellen, während er womöglich gerade im Bett einer (heimlichen) Freundin liegt?

Wenn Papst Franziskus sagt, die Hirten müssten den Geruch der Schafe annehmen, dann meint er sicherlich nicht, daß sie damit auch all deren Fehler und Schwächen annehmen sollten.
Der Hirte bleibt Hirte, aber er sei gleichzeitig ein barmherziger Diener seiner Schafe und weitsichtig genug zu erkennen, wenn ein Schaf in Gefahr läuft, sich zu verirren.
Ich meine, es ist wichtig, daß der Hirte erkennt, wenn er denn selbst vom rechten Weg abkommt, nur um den Schafen zu gefallen.
Dann ist er bestenfalls ein Leithammel aber kein Hirte mehr.

Papst Franziskus hat heute als Bischof von Rom 19 neue Priester aus verschiedenen Ländern geweiht. 19 neue Hirten, die wie alle Priester bisher auch Gehorsam(!) gelobt haben.

 

Priesterweihe 2015 

Der gute Hirt ist bereit für seine Schafe zu sterben – bei so manchem priesterlichen Leithammel im deutschsprachigem Kirchenraum sehe ich diese Bereitschaft leider nicht.
Möge der HErr uns also vor solchen Wölfen bewahren, die derzeit im Irak, in Nigeria, in Syrien und auf vielen anderen Orten der Welt Christen verfolgen.

 

1Priesterweihe 2015

 

»…Eure Lehre sei Nahrung für das Volk Gottes, euer Leben sei Freude und Unterstützung für die Christgläubigen. So baut ihr durch euer Wort und euer Beispiel das Haus Gottes, die Kirche, auf. Ihr sollt Christi Werk der Heiligung fortführen. Durch euren Dienst wird das geistliche Opfer der Gläubigen vollendet in der Einheit mit dem Opfer Christi, das durch eure Hände im Namen der ganzen Kirche bei der Feier der heiligen Geheimnisse in unblutiger Weise auf dem Altar dargebracht wird.
Erkennt also, was ihr tut! Ahmt nach, was ihr vollzieht, damit ihr in der Teilhabe am Geheimnis des Todes und der Auferstehung des Herrn den Tod Christi in eurem Leib tragt und mit ihm im neuen Leben wandelt.
Durch die Taufe gliedert ihr neue Gläubige in das Volk Gottes ein. Durch das Sakrament der Buße gewährt ihr den Menschen im Namen Christi und seiner Kirche die Vergebung der Sünden. Und heute bitte ich euch im Namen Christi und der Kirche: Bitte, werdet nicht müde, barmherzig zu sein! Durch die Salbung mit heiligem Öl richtet ihr die Kranken auf und auch die alten Menschen: Geniert euch nicht, mit den alten Menschen zärtlich zu sein! Wenn ihr die heiligen Feiern begeht und zu den verschiedenen Tagzeiten das Lob- und Fürbittgebet erhebt, tut ihr dies für das Volk Gottes und die gesamte Menschheit. ….«

 Quelle: Papst Franziskus,  26.4.2015 bei der Priesterweihe im Petersdom zu Rom 


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