Sonntag, 15. März 2015

Erste Erfolge der österreichischen Bildungspolitik

 

 

»…Ab 1. Jänner 2016 wird es also teurer, Wohnungen, Häuser sowie Grund und Boden zu verkaufen, zu verschenken oder zu vererben. Bisher bezahlte man in einem solchen Fall innerhalb der Familie zwei Prozent vom dreifachen, niedrigen Einheitswert. Künftig zahlt man zwischen 0,5 und 3,5 Prozent, je nach Verkehrswert.

Zahlte man also bei einer Wohnung mit einem Wert von 400.000 Euro bisher nur rund 2400 Euro Grunderwerbssteuer (bemessen vom Einheitswert), wird dies künftig rund 14.000 Euro ausmachen. …« (Quelle)

 

 

 

Und nun hören bzw. lesen wir, was Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP) zur Steuerreform von sich gegeben hat:

 

»..Wir haben das Hauptziel der Verhinderung von Erbschafts- und Vermögenssteuern erreicht und stärken die Kaufkraft. Dass es dabei Wermutstropfen gibt, liegt in der Natur der Gegenfinanzierung.« (Quelle)

 

Schön langsam beginne ich, den Sinn der österreichischen Bildungspolitik zu verstehen und muß den bisherigen Verantwortlichen zu ihrem Erfolg gratulieren.
Es hat also wirklich einen  guten Zweck gehabt, daß man unseren Kindern das sinnerfassende Lesen im Lauf der letzten Jahrzehnte abgewöhnt hat, denn nur wer diese Technik nicht mehr beherrscht kann sich von einem im Liegen umgefallenen und mehrmals über den Tisch gezogenen Koalitionspartner ÖVP einreden lassen, daß diese Steuerreform keine Neuauflage der Erbschaftssteuer bringe.
Nur wer dank österreichischer Bildungspolitik des eigenen Denkens entledigt worden ist, kann glauben, daß die Erhöhung einer Gebühr (welch schöner Ersatzname für Steuer) um das Sechsfache (!) lediglich ein Wermutstropfen sei.

Die paar Euro, die dem Durchschnittsösterreicher jetzt im Jahr angeblich mehr übrig bleiben, sollte er am besten sofort auf die hohe Kante legen und keineswegs zur Stärkung der Kaufkraft nutzen, denn sollte er einst in die Lage kommen, die elterliche Wohnung oder gar den elterlichen Kleinbetrieb oder einen Nebenerwerbsbauernhof, der gerade so über die Runden kommt zu übernehmen (erben), dann wird er diese angeblich größte Steuerreform der Zweiten Republik (O-Ton Bundeskasperl kanzler Werner Faymann) zig-fach zurückzahlen müssen. Und Dank einer nach wie vor weder erfolgten noch jemals absehbaren Verwaltungsreform, wird sich diese NICHT – Erbschaftssteuer im Lauf der nächsten Jahre wohl noch um etliche Prozentpunkte erhöhen. Bei Gebühren heißt das dann  valorisieren und dieses schöne Wort wird aus künftigen Lehrbüchern gestrichen, um das Wählerpotenzial der Zukunft geistig nicht unnötig zu belasten  – also schon wieder eine Entlastung, wozu auch immer.

Wieder was gelernt fürs Leben.
Und nun gemma für den Rest des Jahres bzw. der Legislaturperiode wieder Conchita Wurst und Lifeball schauen, damit wir uns nicht zu ausgiebig mit der Realität befassen müssen, gell?

 


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