Montag, 30. März 2015

Christ(?) und Welt

 

 

»…„Warum veröffentlichen wir einen solchen einseitigen Beitrag?
Propagieren wir damit die Tötung auf Verlangen, gerade jetzt, da in Deutschland intensiv über das Thema Sterbehilfe diskutiert wird?“ Doch Journalisten seien „Anwälte der Wirklichkeit“, behauptete Florin, und die Wirklichkeit bestehe in diesem Fall darin, dass es die Tötung sterbender Angehöriger „häufiger gebe, als es die Kriminalstatistik erfasst. Wir als Redaktion machen uns nicht gemein mit der Tochter, aber wir wollen wissen, welche Gespräche und welche Situationen dieser Entscheidung vorausgegangen sind. Wir zeichnen hier einen Fall nach, an dem auch die Grenzen des öffentlichen Argumentierens sichtbar werden“, denn die öffentliche Selbstverständigung über das Sterben sei notwendig. Was geschieht mit uns, fragt Florin, wenn der Satz „Ich will so sterben, wie ich will“ zum ethischen Leitprinzip erhoben werde? Diese Woche wolle die C&W-Redaktion über geschilderten Fall „berichten, nicht richten“, in der nächsten Ausgabe wolle sie der Diskussion „breiten Raum einräumen“.….«
via kath.net

 

»Journalisten seien Anwälte der Wirklichkeit.«

 

Ich lasse mir diese schöne Floskel nun wirklich ganz langsam auf meiner nichtjournalistischen Zunge zergehen. Da schildert uns ein hehrer Anwalt der Wirklichkeit, einen Mord, verbrämt mit viel (schein)christlicher Nächstenliebe und gutmenschlicher Rührseligkeit inklusive der vom Täter bekundeten Absicht, bzw. Bestätigung es jeder Zeit wieder so zu machen.
Dieser ganze Bericht hat selbstverständlich nichts mit Sensationsgier oder billiger Auflagensteigerung zu tun, nein, der Wirklichkeit  soll ein liebevoller Dienst erwiesen werden.

Ich erwarte nun mit einer ebenso prickelnden wie übelkeitserregenden Spannung die logischerweise weiteren, journalistisch anwalterischen Ergüße dieses Blättchens, wie zum Beispiel zur Wirklichkeit eines IS-Schlächters , wie er seiner Berufung nachgeht oder der Wirklichkeit des gar sensiblen Pädophilen..

Ja, da gäbe es noch viele Wirklichkeiten, mit denen sich das “Journalisten Team “ von Christ &Welt auf allerbestem Bildzeitungsniveau beschäftigen könnten, so wie  in diesem Fall Frau Christiane Florin, Redaktionsleiterin, die sich, laut eigenen Angaben,  » dem rheinischen Katholizismus und der französischen Lust am sinnlichen Sinnieren verbunden fühlt«   – was auch immer das sein mag.

Ich fühle mich nicht nur der röm.katholischen Kirche verbunden, ich gehöre ihr an, ich befolge so gut es geht die 10 Gebote und dazu gehört, wie jeder weiß, auch das Gebot “Du sollst nicht töten”.

Sollte also der von Frau Florin praktizierte rheinische Katholizismus auch nur irgendwie etwas mit der römisch katholischen Kirche zu tun haben, so verlange ich  jetzt aber wirklich schnell eine Stellungname eines zuständigen Bischofs oder Kardinals.

Also ?

 


1 Kommentar:

  1. "Rheinischen Katholizismus" kenn ich (Ich bin Niederrhein!), ist aber ganz anders als bei Mme Florin, macht nämlich Spaß!

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