Samstag, 7. Februar 2015

Kinder, die Schande bringen?

 

Der Fall des mit Down Syndrom geborenen Babys eines Neuseeländers und seiner armenischen (Noch)Ehefrau offenbart uns einmal mehr, daß Eugenik und die scheinheilige Diskussion über lebens(un)wertes Menschenleben nie zu einem Abschluß kommen wird.

»…Der Neuseeländer sagt, er habe vorher keine Ahnung gehabt, wie in Armenien mit Menschen mit Behinderungen umgegangen wird. Gesundheitsexperten, sagt Forrest, schätzten, dass 98 Prozent der dort geborenen Kinder mit Down Syndrom in Waisenhäuser gegeben werden. Seine Frau habe sich geweigert, Leo anzufassen oder auch nur anzuschauen. Weil jedwede körperliche oder geistige Defekte in der Gesellschaft nicht akzeptiert seien, habe sie Angst gehabt, Schande über ihre Familie zu bringen. "Wenn solch ein Kind dort geboren wird, dann sagen sie dir, dass du es nicht behalten musst", sagt Forrest. "Meine Frau hatte sich schon entschieden. Alles geschah hinter meinem Rücken." Eine Woche nach der Geburt reichte seine Frau die Scheidung ein. Er habe nicht einmal die Möglichkeit gehabt, in Ruhe mit ihr darüber zu sprechen, sagt Samuel Forrest. "Das ist alles so plötzlich passiert." Der Vater hat inzwischen beschlossen, zurück nach Neuseeland zu gehen und seinen Sohn allein in seiner Heimat aufzuziehen, in einem Zuhause, in dem man Kinder wie ihn akzeptiert….« (Quelle)

 

Die Würde des Menschen ist unantastbar -  Mit Ausnahmen selbstverständlich, denn diese Würde soll schließlich keine Mühen machen und ein gefälliges Aussehen und Benehmen haben. Diese Argumentation stammt aber keineswegs aus dem finsteren Armenien, nein diese Diktion klingt in nicht wenigen Kommentaren auf dem oben verlinkten Artikel durch und repräsentiert, was jeder von uns schon zu diesem Thema auch in echten Diskussionen hören konnte.

 

Kritscher Geist zu Downbaby Armenien

 

Kritischer Geist ist wirklich ein gelungenes Beispiel dafür, wie unsere Gesellschaft unter dem Vorwand medizinischen Fortschritts und vorgeblicher Verhinderung von “Leid” munter in die Eugenik hineingetrieben wird.
Alles, was nicht dem vorgegebenen Ideal der Gesellschaft entspricht, wird -soweit möglich- korrigiert oder eben entsorgt. Ob es sich dabei um menschliches Leben handelt, spielt keine Rolle.

Der Papst hat dieser Tage durch seine – nennen wir es mal vorsichtig-  merkwürdigen Äußerungen punkto Kindererziehung die Menschen in unseren Landen in Aufregung und sich selbst in die Schußlinie gebracht. Von der Würde des Kindes war da u.a. die Rede und von einem Vater, der dieselbe zu respektieren weiß, indem er sein Kind nicht ins Gesicht schlägt.

Ich würde mir wünschen, es gäbe noch viel mehr Väter, wie Samuel Forrest.
Väter die die Würde ihrer Kinder nicht verletzen, indem sie nicht verlangen, daß ihr Kind wegen eines genetischen Defekts bis kurz vor der Geburt getötet wird, Väter, die darauf bestehen, daß ihre Kinder nicht aus wirtschaftlichen oder gesellschaftlichen Gründen abgetrieben werden, sondern insistieren, daß Politik und Gesellschaft sich endlich dazu aufraffen, auch den Schwächsten in unserer Mitte ihre Würde zu garantieren, unabhängig davon, ob sie erwünscht oder perfekt sind.

Ein behindertes Kind ist keine Schande für die Gesellschaft.
Die  wahre Schande ist eine linkslinke gutmenschliche Empörungsgesellschaft, die trotz medizinischem und sozialem Fortschritt immer noch nicht in der Lage ist, diesen Kindern ein sicheres Leben zu gewährleisten aber gleichzeitig aufschreit, weil ein Papst, den sie doch so gerne für ihre ureigensten Zwecke verwendet hätten, ihnen, und wahrscheinlich auch sich selbst, einmal mehr einen unerwarteten Tiefschlag  versetzt hat.

Die Würde des Kindes hängt also von einem Klaps auf den Po ab!
Ja! Stimmt!
Es ist jener Klaps, den der Arzt oder die Hebamme ihm geben, um ihm seinen ersten Atemzug zu ermöglichen.


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