Freitag, 27. Februar 2015

Jedes Jahrhundert das Gleiche

 

 

Wir schreiben 2015  und dennoch meint man, es gleiche fast ums Haar 1915.
Krim, Ukraine, Wirtschaftskrisen, Völkermord und Christenverfolgung.

Auf Wikipedia lese ich über die Entstehungsgeschichte von Franz Werfels Roman “Die 40 Tage des Musa Dagh” :

»..Im Jahre 1929 reiste Franz Werfel mit Alma Mahler über Kairo nach Jerusalem und weiter nach Damaskus. Ihr Führer zeigte ihnen die großartigen Moscheen der Stadt und die Kaufhäuser. So gelangten sie schließlich auch in die größte Teppichweberei der Stadt. Bei der Führung durch das große Anwesen bemerkten sie überall ausgehungerte Kinder, die Hilfsarbeiten verrichteten. Auf ihre Frage an den Fabrikbesitzer antwortete dieser: „Ach diese armen Geschöpfe, die klaube ich auf der Straße auf und gebe ihnen zehn Piaster pro Tag, damit sie nicht verhungern. Es sind die Kinder der von den Türken erschlagenen Armenier. Wenn ich sie hier nicht beherberge, verhungern sie, und niemand kümmert sich darum. Leisten können sie ja nicht das geringste, sie sind zu schwach dazu“
Auf ihrer weiteren Reise in das libanesische Gebirge sehen sie viele armenische Dörfer, die sich von den türkischen Siedlungen durch ihre Sauberkeit und Blumenpracht unterschieden. Das Unglück der Armenier bewegte Franz Werfel so sehr, dass er noch auf der Reise die Idee eines Romans skizzierte. Um die historischen Details zu erfahren, ließ er sich von dem Gesandten Graf Clauzel alle Protokolle aus dem Pariser Kriegsministerium über die türkischen Gräuel aus dieser Zeit zusenden. Die Niederschrift des Buches erfolgte in der Zeit vom Juli 1932 bis März 1933. Auf einer Vorlesungsreise in verschiedenen deutschen Städten im November 1932 wählte Franz Werfel das fünfte Kapitel des ersten Buches zu einem Vortrag aus. Der Roman wurde im Februar 1934 in NS-Deutschland aufgrund des § 7 der Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze des Deutschen Volkes wegen „Gefährdung öffentlicher Sicherheit und Ordnung“ verboten. Werfel selbst wurde im Entstehungsjahr des Romans aus der Preußischen Akademie der Künste ausgeschlossen. ….« (Quelle)

 

Heute, am 27. Februar 2015 verfolge ich die Nachrichten via Ö1 Morgenjournal und höre u.a. über den Krieg in der Ukraine(!), die Krim ist quasi schon wieder Geschichte und die im Namen Allahs meuchelmordenden Horden des IS räumen unbeirrt alles aus dem Weg,   was nicht ihren Vorstellungen entspricht,  egal ob Jahrhunderte alte Kunstschätze oder Menschenleben – in deren entmenschlichten Augen ist alles gleich wertlos, weil es unislamisch ist und da nützt es selbst Moslems nichts, wenn sie nicht genau jenem Bild des Islams entsprechen, welches diese Schlächter vorgeben.
Genozid und Christenverfolgung – der Rest der Welt sieht hilflos zu, ist mit seinen eigenen kleinen Unpässlichkeiten à la Gleichberechtigung und Gender sowie den daraus resultierenden gesellschaftlichen “Anpassungen” beschäftigt.
Sogar Kardinäle, Bischöfe und Priester haben nichts Besseres zu tun, als über Wiederverheiratete, Frauenweihe und Zölibat herumzusudern, während unsere christlichen Mitbrüder verfolgt, gefoltert, versklavt,  geköpft oder verbrannt werden.
Der Unterschied zum letzten Jahrhundert ist vielleicht der, daß man in ein paar Jahren nicht wird sagen können “davon haben wir ja nichts gewußt” – denn diesmal sieht die ganze Welt live, via Medien und vor allem Internet zu.
Diesmal ist es Voyeurismus vom Feinsten und gleichzeitig Paralyse, Hilflosigkeit und Untätigkeit.

Man soll aus der Geschichte lernen – wie es aussieht, ist das auch am Anfang dieses Jahrhunderts wieder einmal gründlich gescheitert..


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