Dienstag, 17. Februar 2015

Der moderne Pharisäer und (Selbst)Gerechte

 

Was war das doch zu Zeiten Jesu noch einfach!
Da konnte man die Gerechten und die Pharisäer anhand ihrer Kleider und ihres Verhaltens eindeutig erkennen und benennen.
Heute ist das doch um einiges schwieriger, da im Christentum die Bezeichnungen  Pharisäer und Gerechte  zu gängigen Schimpfwörtern mutiert sind.

Wer oder was sind also heute Pharisäer, Heuchler und Gerechte und wo findet man sie?
Die Vermutung liegt nahe, daß man sie bei den regelmäßigen Kirchgängern, gleichzusetzen mit den bigotten Rosenkranzschwingern und Beichtstuhlokkupierern findet und somit bei denen, die folglich unbarmherzig, verbittert und spielverderbende Anhänger der 10 Gebote und des apostolischen Glaubensbekenntnisses sind und überhaupt absolut spießige und rückwärtsgewandte frömmlerische Fundis und Katholibans darstellen.
Ja, dort findet man sicher den einen oder anderen Heuchler und Selbstgerechten, aber in letzter Zeit habe ich die Erfahrung gemacht, daß es einen neuen Pharisäer gibt und dieser hält sich dort auf, wo man ihn nie vermutet hätte, steht in seiner Arroganz und Selbstgerechtigkeit dem o.a. Typus auf Augenhöhe gegenüber und reibt sich ebenso selbstzufrieden seine Hände, aber stets mit dem notwendigen Maß an Koketterie und vorgetäuschter Selbstkritik.

Diesen neuen Typus findet man bei den alles tolerierenden lauen Christen und er sieht mit unbarmherzigster Verachtung und einer erstaunlich gehässigen Intoleranz auf seine Mitbrüder herab und dabei kann man ihm das “Lieber Gott, was bin ich froh, nicht zu sein wie diese da”  permanent von den süffisanten Lippen ablesen.

Wenn  vorgeblich tolerante und liberale Katholiken vollkommen hysterisch und unangemessen mit dem Finger auf Mitbrüder zeigen, die nicht gewillt sind, alles gutzuheißen, was der linkskatholische Mainstream uns unter dem Deckmantel des Vatikanum II als neues Credo andrehen will, dann zeigt sich mir auch der neue Typ des Pharisäers in all seiner (selbstverständlich zeitgemäßen) Pracht und Herrlichkeit.


Kommentare:

  1. "Auch der Gerechte wird ungerecht wenn er selbstgerecht wird."

    Zitat aus einem Kluftinger Roman, aber finde es verdeutlicht ganz gut, dass es hüben wie drüben genug "neue Pharisäer" gibt und also niemand vor dieser Gefahr (einer zu werden) gefeit ist.


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