Donnerstag, 29. Januar 2015

Zuordnungen

 

 

 

Auf Die Achse des Guten umschreibt Henryk M. Broder wieder einmal treffsicher, wie verrückt, selbstgerecht und realitätsfern beachtliche Teile unserer Gesellschaft am Rande des Abgrunds lustwandeln.

Er selbst gehöre nicht dazu, denn  -

 

»….Wer diesem Club der Selbstgerechten angehören möchte, der muss an die Klimakatastrophe glauben, die Energiewende unterstützen, einen Toyota Prius fahren,  auf seine CO2-Bilanz achten, kulturzeit auf 3sat schauen und immer eine Erklärung dafür parat haben, warum „der Westen” an allem schuld ist, während es „den Islam” als solchen gar nicht gibt. Er muss auch über ein sehr selektives Wahrnehmungsvermögen verfügen. Wenn eine Autonomengang eine Polizeiwache überfällt oder Veranstaltungen der AfD und der taz sprengt, weil dort „falsche Ansichten” geäußert werden, dann sind das Petitessen, die achselzuckend ad acta gelegt werden. Wenn aber ein älterer leicht besoffener Herr einer jungen Journalistin etwas zu lange in den Ausschnitt guckt, dann ist das „menschenverachtend” und ein Vorratslager für wochenlange Entrüstung.
Dieser Gesellschaft ist der innere Kompass abhanden gekommen. Sie hat sich nicht liberalisiert. Sie ist autoritärer, dogmatischer und rigider geworden, wobei es die Antiautoritären von gestern sind, die heute den Ton angeben. ….«

Quelle

 

In der Beurteilung und Wertschätzung von Menschen wird mit mindestens zweierlei Maß gemessen.
Wie ich selbst immer wieder feststellen kann, geht man dabei immer noch von Zuordnungen aus.
Die allererste Zuordnung erfolgt über das Aussehen und dabei spielt das Geschlecht sehr wohl eine Rolle, dann kommt der Freundeskreis, die Ausbildung, der gesellschaftliche Level, der Beruf u.s.w. …
Unsere Gesellschaft beurteilt Gedankengut nicht mehr per se, nein, man muß(!) vorab wissen, wie und wo der Schöpfer eines Gedankens einzuordnen ist.
So plump und simpel läuft das heutzutage ab.


Keine Kommentare: