Donnerstag, 8. Januar 2015

Am Tag danach

 

Ich weiß, die Salzburger Nachrichten sind ein möchtegerngroßes Provinzblatt und deren außenpolitischer Chefredakteur Helmut Müller glänzt immer wieder durch realitätsverweigernde und sich vor islamistischen Extremisten in die Hose machenden Leitartikeln.
Warum also sollte er nach dem gestrigen verheerenden Terroranschlag auf das Pariser Satire Magazin, bei welchem 12 Menschen brutalst niedergemetzelt wurden eine Ausnahme machen.
Die drei Schlächter riefen laut “Allah ist groß” und “Rache für Mohammed” und zwei dieser von sich selbst überzeugten aufrechten Muslime, das Brüderpaar Said (34) und Chérif Kouachi. (32).  sind nach wie vor auf der Flucht. Ein dritter Attentäter hat sich mittlerweile der Polizei gestellt.

 

Attentäter von Paris

Die beiden hätten ihre Ausweise im Fluchtauto vergessen, kann man heute lesen. Ja freilich, die beiden  Vergißmeinnicht – mein Gott, die wollten doch gerade, daß jeder weiß, was für heldenhafte Märtyrer hier zu Gange waren und der Ruhm in ihren Kreisen ist ihnen somit gewiß. Sollten sie auf der Flucht zu Tode kommen, weiß die ganze Welt um diese Gotteskrieger bescheid.

Damit  zurück zu Herrn Müller.
Europa muß sein Politik Modell verteidigen titelt er und

»….Europa stellt entsetzt fest, dass es längst nicht sicher ist vor islamistischem Terror. Unser Kontinent ist seit Jahren verstrickt in die innerislamischen Konflikte zwischen Moderaten und Radikalen. Rückkoppelungseffekte aus den Nahost-Krisenländern auf den schlecht integrierten Teil der islamischen Gemeinde hierzulande sind unausweichlich. Die Gefahr nimmt zu, seitdem auch Europäer für die Terrormiliz "Islamischer Staat" in Syrien und im Irak kämpfen und von dort radikalisiert zurückkehren.«  (mehr)

Welches Politik Modell, frage ich mich?
Hier geht es nicht um ein Politik Modell, hier geht es um weit mehr.
Es geht um Werte, welche sich die europäischen Länder im Lauf der Jahrhunderte mühsam abgerungen haben, sei es durch Humanismus oder auch durch das Christentum.
Die zwischendurch immer wieder auftauchenden Politik Modelle, seien es nun das 1000-jährige Reich oder der Kommunismus, haben ihrerseits immer nur Tod und Verfall gebracht.
Man möge also vorsichtig sein, was die Verteidigung politischer Modelle betrifft und die Demokratie wird wohl kein vernünftiger Mensch auf der Welt ernsthaft in Frage stellen wollen.
Es gilt, die Meinungsfreiheit uneingeschränkt (also auch jene, die der Systempresse und den politischen Eliten momentan vielleicht nicht so genehm sind!)  ausleben zu dürfen und diesbezügliche Differenzen ausschließlich vor Gericht auszutragen.
Charlie Hebdo hat sich über alle Religionen lustig gemacht, auch über das Christentum, aber wie es  in säkularen europäischen Ländern üblich ist, wird eine eventuelle Verletzung religiöser Gefühle vor Gericht gebracht oder man toleriert diese.
Auch gerade der hier in Europa schlecht integrierte Teil der islamischen Gemeinde profitiert genau von diesem Recht der freien Religionsausübung. Im übrigen waren die beiden Attentäter von Paris nicht in Syrien, sind also nicht erst von dort radikalisiert zurückgekommen, sondern haben ihre Radikalisierung aus freien Stücken und quasi auf eigenem Mist gewachsen vollzogen.

 

»…Doch alle Europäer werden sich strikt dafür einsetzen, dass die Medienmacher ihre Kritik uneingeschränkt äußern dürfen...«

 

Nicht nur die Medienmacher, Herr Müller!
Wir Europäer müssen und werden uns dafür einsetzen, daß wir auch in Hinkunft alle ungehindert unsere Meinung kundtun dürfen, unsere verschiedenen(!)  Religionen ausleben und unsere politischen Ansichten vertreten dürfen, ohne daß die demokratisch gewählten Volksvertreter und deren bezahlte Journalisten uns in eine vorgegebene Richtung manipulieren und uns gegebenenfalls mit erhobenem Zeigefinger in salbungsvollen Reden schelten, falls wir deren Trampelpfad einmal zu verlassen drohen.

 

»…Eine militante Minderheit missbraucht vielmehr den Islam für ideologische Zwecke. Das machen Sprecher der zivilisierten muslimischen Mehrheit in Europa in ihren Stellungnahmen zum Terrorakt von Paris ganz deutlich.«

Die mißbräuchliche Verwendung des Islams ist eine Tatsache, die der Welt gerade im letzten und immer gehäufter in diesem Jahrhundert  unzählige Greueltaten beschert hat.
Es wäre endlich an der Zeit dieses Faktum nicht mehr als hilflose Entschuldigung für diese Greuel zu mißbrauchen, sondern den Islam von genau diesem Mißbrauchspotenzial zu befreien.
Und dafür sollten sich diese Sprecher und Vertreter der zivilisierten muslimischen Mehrheit einsetzen.


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