Dienstag, 9. Dezember 2014

Wie Gott ihn schuf

 

Heute durfte ich in den Salzburger Nachrichten lesen, was Pierre Stutz  Herrn Bruckmoser in einem Interview über seine persönliche Einstellung zu Gott, katholischer Kirche und  - fast möchte man sagen, wie könnte es anders sein? – zu Homosexualität und wiederverheirateten Geschiedenen erzählt hat:

»…..SN: Kardinal Christoph Schönborn würde Ihnen sagen, dass er Sie als Mensch sehr schätzt, aber Ihrer Partnerschaft nicht zustimmen könne.
Ich bin überzeugt, dass die Kirche in der Frage der Homosexualität irrt. So wie sie irrt in der Frage der wiederverheirateten Geschiedenen, und wie sie irrt darin, dass Frauen nicht Priesterin werden können. Aber ich trete nicht aus, ich kämpfe für eine andere Kirche. Die ist wohl weit weg. Aber es gab 1989 den Mauerfall ...

SN: Wer gibt den Segen, wenn er von den Eltern, vom Bischof nicht kommt?
Gott hat mich so wunderbar homosexuell geschaffen. Ich wollte das nicht, es war nicht meine Idee. Heute kämpfe ich für die gleichgeschlechtliche Liebe, weil ich zutiefst überzeugt bin, dass sie gesegnet ist. Sonst könnte ich es nicht machen, ich als Gottsucher.
Gott sei Dank lernte ich immer wieder Menschen kennen wie den Benediktiner, der mich therapeutisch begleitet hat. Oder die Klostergemeinschaft von Münster-Schwarzach, die nach meinem Coming-out gesagt hat: Erst recht sollst du zu uns kommen und Kurse leiten. Aber ich muss damit leben - das bleibt eine große Wunde -, dass die Leitung meiner Kirche, die für mich auch Heimat ist, noch immer nicht weiter ist, als dass sie sagt, man müsse Homosexuellen mit Mitleid und Respekt begegnen. Das ist für mich sehr verletzend.
Aber ich nehme mir die Freiheit des Christenmenschen. Mystikerinnen und Mystiker - denken Sie an Teresa von Ávila - haben dieses Freiheitselement in die Kirche gebracht.«  (Quelle)

 

Ich möchte auf dieses Interview gar nicht weiter eingehen.
Mir fällt in letzter Zeit lediglich auf, daß es in unserer Gesellschaft momentan anscheinend nur noch eine einzige verfolgte Minderheit gibt, die unsägliches Leid, Verfolgung und Mißgunst zu erdulden hat und dies noch dazu vor allem durch die katholische Kirche, der anzugehören übrigens kein Mensch gezwungen wird, bzw. gezwungen werden kann.
Und diese vorgebliche Verfolgung/ Diskriminierung/ Unterdrückung beeinflußt das positive Vorankommen der restlichen Menschheit anscheinend derart gravierend und negativ, daß man gar nicht genug mittels dementsprechenden Gesetzesänderungen, gesellschaftlichen Umwälzungen und politischen Maßnahmen dagegen unternehmen kann?

Wie Gott mich schuf?
Ich weiß jetzt wird ein Aufschrei erfolgen, aber was, wenn sich jeder, der irgendwelche speziellen “Talente” oder “Neigungen” vorzuweisen hat, darauf berufen würde, angefangen vom Taschendieb bis zum Meuchelmörder?
Werden alle diese “Talente” lediglich verfolgt und diskriminiert, müssen alle so bleiben, weil Gott sie dazu geschaffen hat?
Kann und darf sich der Päderast in absehbarer Zeit ebenso auf dieses “wie Gott mich schuf und ich bin stolz darauf” berufen?

Wirklich?

 


P.S.: Ich verurteile hier niemanden.
Ich stelle lediglich ein paar Fragen.


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