Sonntag, 28. Dezember 2014

Familie und Kinder

 

 

Die Familie sei ein gesellschaftliches Konstrukt, will man uns seit ein paar Jahren weismachen und überall wo sich Kinder wohlfühlen und geliebt werden, sei “Familie”.

Schaue ich mir Familie – also dieses angebliche Konstrukt- im Lauf der Jahrhunderte an, sehe ich am Anfang - rein biblisch-  erst einmal Adam und Eva.
Es mußte wohl so sein, daß man das gesellschaftliche Konstrukt mit Männlein und Weiblein begonnen hatte, denn damals war man weder mit künstlicher Befruchtung noch mit Adoption oder Leihmutterschaft vertraut. Und so kam es also, daß die erste gesellschaftliche Familienvorgabe notgedrungenermaßen auch einer logischen biologischen Vorgabe folgte. Wahrscheinlich weil der oberste Konstrukteur dieses Gebildes auf Dauer gesehen seine Ruhe haben wollte und dadurch die natürliche Nachkommenschaft geregelt werden konnte, ohne daß ER ständig eingreifen mußte.

Viel später dann, hat ER offiziell eingegriffen und dafür gesorgt, daß eine Jungfrau(!) ein Kind bekommen hat und bis heute zweifeln nicht wenige daran, daß so etwas möglich wäre.
Doch, wieso soll es nicht möglich sein?
Immerhin haben es die menschlichen Bio-Konstrukteure in ihrer Einfalt auch schon geschafft, Schafe zu klonen, sowie Genmaterial zu isolieren und zu  entschlüsseln. Also wieso, sollte ER dann so etwas nicht zustande bringen, wo ER doch mit diesem ganzen Dilemma überhaupt angefangen hat.

Und mit dieser Jungfrauengeburt ging’s dann erst so richtig los, von wegen Familie und Kinder, sowie Unterdrückung der Frau und vor allem Ablehnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften u.s.w.u.s.f….

Dieses Kind, welches die Jungfrau dann geboren hat, war als Erwachsener ein echter Reformer, warf die Vorstellungen ganzer Generationen über den Haufen, hielt selbst aber trotz all seiner neuen Ideen an bisher sinnvollen, gesellschaftlichen und religiösen Regeln und vor allem auch an der Familie fest.
Seine sich bis heute ständig wachsende Anhängerschaft bemüht sich mehr oder weniger redlich, ihm nachzufolgen und noch immer ist dieses, seit Neuestem angeblich lediglich gesellschaftliche Konstrukt Familie in Form von Vater/ Mutter/ Kinder ein Ideal, welches aus den sturen Schädeln der Menschheit einfach nicht rauszubekommen ist.

 

Heilige_Familie_2

 

Heute ist eigentlich der Tag der unschuldigen Kinder.
Dieser fällt heuer auf den ersten Sonntag nach Weihnachten und ist somit liturgisch dem Fest der Hl. Familie unterlegen. Und das ist für mich irgendwie symbolisch: Es gibt nichts wichtigeres, als die Familie.
Die Familie ist es, die seit ewigen Zeiten das Fortkommen der Gesellschaft sowohl  biologisch als auch moralisch bestimmt hat. In der Familie lernen Kinder wie man miteinander respektvoll umzugehen hat (sie sollten es zumindest) und in einer zusammenwachsenden Familie lernt man auch als Eltern bzw. Ehepartner, mit Konflikten und Bedrohungen umzugehen.
Freilich gelingt nicht jedes “Familienprojekt” auf Anhieb und nicht wenige sind (vielleicht schon von Anfang an) zum Scheitern verurteilt. Das ändert aber nichts daran, daß es kein besseres “Konstrukt” als die Familie gibt. Sie muß nicht neu definiert oder ethisch-soziologisch überdacht bzw. hinterfragt werden.

Irgendwann stellen jedoch Kinder die unausweichliche Fragen – wo komme ich her, wie bekommt man die Babies, wer sind meine Vorfahren?
Und nun stelle man sich einmal vor, Kind zu sein und erfahren zu müssen, daß

  • irgendein Unbekannter in einem sterilen Zimmer einer Klinik mit seinem Ejakulat einen Plastikbecher gefüllt hat,
  • dieses dann mittels einer Spritze in eine gespendete, gefrorene Eizelle befördert wurde
  • und dann wurde dieses Produkt in eine Frau mittels Nadel durch einen Arzt eingepflanzt.
  • Nach erfolgter Geburt und Entsorgung allfälliger überflüssiger Embryonen bist Du dann Deinen beiden Vätern übergeben worden.

 

Also, was ist hier das  “gesellschaftliche Konstrukt”?


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Schreiben Sie ruhig einen Kommentar, aber bleiben Sie höflich und sachlich.

 Spamer und Trolle werden umgehend in den Wald zurückgeschickt.

Kommentare zu Posts, welche länger als 7 Tage zurückliegen
oder größer als 700 Wörter sind, werden aus organisatorischen Gründen
nicht veröffentlicht.