Sonntag, 9. November 2014

» Wer bin ich darüber zu urteilen? «

 

 

Das ist jenes Papstzitat, auf welches sich Medien, sogenannte liberale Christen und so viele andere quasi gestürzt und seit es erstmals ausgesprochen worden ist, gestützt haben, um es dann eifrig und verbissen bei jeder Gelegenheit einem unangenehmen Gesprächspartner an den Kopf zu schmeißen.
Gestern hatte  ich wieder einmal den Fehler gemacht eine der vielen fruchtlosen Diskussionen auf Twitter mitzuverfolgen.    Katholik gegen Katholik(!) unterstützt auf Nebenschauplätzen durch Krethi und Plethi, die sich selbst als alles mögliche bezeichnen, vor allem als tolerant und weltoffen (im Web weiß man ja nie wirklich wer oder was hinter einem account steckt) und es dauerte nicht lange und das Zitat schwebte quasi schon im Raum, ganz einseitig und adaptiert, selbstverständlich lediglich auf eine Denkungsvariante anwendbar.

Folgende Fragen-

    • Wer bin ich, über die für mich und andere vielleicht befremdlich wirkende Frömmigkeit eines sogenannten konservativen Christen zu urteilen?
    • Wer bin ich, über jemanden der die Mund-Kommunion und diese womöglich sogar kniend (welch ein katholibaner Abgrund) empfangen will, zu urteilen?
    • Wer bin ich, mich über alte Traditionen, die ich nicht verstehe, weil sie sich dem Zeitgeist verweigert haben, zu urteilen?
    • u.s.w…..

 

-  wurden bei der gestrigen virtuellen Konfrontation selbstverständlich nicht zugelassen.
Ich habe mich auch nicht eingemischt in die Diskussion, weil die Selbstgefälligkeit und Selbstgerechtigkeit beider Seiten keinerlei aufeinander eingehen zugelassen hätte.

Das nunmehr schon fast berüchtigte Papst Zitat bleibt in der Herde weiterhin einseitig interpretiert.
Die Herde untereinander hat nichts besseres zu tun, als sich in die Haare zu kriegen, weil jeder seine eigenen allzu persönlichen Interessen der ganzen Herde aufs Auge drücken will.
Wie sagte Franziskus noch – Der Hirte muß den Geruch der Schafe annehmen – ja, sollte er, er sollte aber anschließend auch nicht vergessen, seine Schafe ab und zu ordentlich zu reinigen und zu scheren, denn manchmal produzieren diese armen Schafe ganz schön viel Mist, der nichts anderes ist als eben stinkender Mist.

Und wozu dieser Mist führen kann, dazu hat unser Papst auch schon einiges gesagt, aber derlei zitieren wir natürlich nicht so gerne.

laue Christen O-ton vom 4.9.2014

 


Kommentare:

  1. Bellfrell, Sie sollten einen "Gefällt-mir"-Knopf einführen -- so oft möchte ich Ihnen einfach virtuell auf die Schulter klopfen, und so oft würde alles, was ich hinzufügen oder entgegnen könnte, Ihre Beiträge nur weniger kraftvoll machen in dem Sinne, daß der ein oder andere vielleicht gern die Kommentare liest, ihn aber mein unwichtiges Geschwafel nur vom Eindruck Ihrer Worte ablenken würde.

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  2. Nun der Umgang mit Kardinal Burke gestern zeigt doch nun eindeutig, wer gerichtet werden darf und wer nicht. Da wundert es nicht, dass die bewussten Katholiken diesen Spruch des Papstes ausschließlich auf sich beziehen, denn genau so waren sie gemeint. Kardinal Burke ist ja nicht das erste Opfer dieser päpstlichen Barmherzigkeit, sondern die konsequente Fortsetzung. Und diese Meldungen wurden ja nun nicht von irgendwelchen Medien interpretiert, sondern sind Fakt - da gibt's nix dran zu rütteln.

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