Montag, 3. November 2014

Von Holzwürmern und Steinläusen

 

 

Es ist noch nicht lange her, da war ganz Deutschland von der Tatsache erschüttert, daß man sich den Lebensraum mit der so possierlich wirkenden aber in ihren Auswirkungen äußerst effizienten germanischen Steinlaus teilen muß.
Ich habe übrigens schon länger nichts mehr über diese bezaubernde Erscheinung der deutschen Fauna gehört oder gesehen.

 

Heute machte uns Papst Franziskus allerdings auf ein anderes Tierchen aufmerksam, welches man bisher häufig in entsorgten Beichtstühlen, ausgelagerten Kommunionbänken, Orgeln aber auch Heiligenfiguren und diversen Sakristeikästen aus gutem alten Holz antreffen konnte:

Der gemeine Holzwurm:

Holzwurm_larveHolzwurm_loecher

 

Gerade letzten Juni war eine Kirche im Salzburger Pinzgau von dieser Plage betroffen und ein professioneller Kammerjäger rückte den gar nicht harmlosen holzverzehrenden Fressern mittels Sulfurylfluorid zu Leibe.

Heute hat uns der Hl. Vater bei  seiner Predigt in der Kapelle des “Domus sanctae Marthae” auf eine besonders gefährliche Mutation des Schädlings aufmerksam gemacht:

 

»…Und wie oft finden wird das, nicht wahr, in unseren Institutionen, in der Kirche, in den Pfarreien zum Beispiel, in den Kollegien? Die Rivalität. In Erscheinung treten. Die Prahlerei. Es ist zu sehen, dass das zwei Holzwürmer sind, die den Zusammenhalt der Kirche zerfressen und sie schwach machen. Die Rivalität und die Prahlerei richten sich gegen diese Harmonie, gegen diese Eintracht. …«

Ich habe ja schwer den Verdacht, daß sich womöglich ausgerechnet die germanische(!) Steinlaus mit dem gemeinen Holzwurm, dem Anobium punctatum zu einer neuen Spezies entwickelt hat und nun, ja – nun haben wir den Salat, den

Anobium ecclesiae.


Als ob es das noch gebraucht hätte!?!

 


1 Kommentar:

  1. Ich empfehle zur geneigten Lektüre den Artikel Steinlaus (pterophaga lorioti) in Pschyrembels Klinischem Wörterbuch (aktuelle Auflage). Dort findet man auch näheres zur medizinischen Nutzung. ;-)

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