Freitag, 21. November 2014

Novemberliches Grübeln

 

lebensallee

 

Ein Nebeneffekt des älter werden ist auch, daß die Zeit immer schneller vergeht.
Ähnlich wie bei einer  Allee sehe ich am Anfang meines Weges nur einen anscheinend endlosen Weg, die Richtung und viele »Sitzgelegenheiten«  links und rechts, die mich für kürzer oder länger vom Erreichen des Ziels  abhalten.
Doch unaufhaltsam rückt das Ende immer näher und näher. Zuerst Jahr für Jahr, Woche für Woche dann Tag für Tag, Stunde um Stunde. 
Bei der Allee im Bild weiß ich definitiv, was mich erwartet.
Das stetig näher rückende Ende meiner “Lebensallee” jedoch verursacht mir trotz meines Glaubens ein etwas mulmiges Gefühl und viele Fragen geistern durch meinen Kopf.
Habe ich zu oft am Rand gesessen und mich verzettelt oder bin ich manche Strecke zu rasch und unaufmerksam gegangen?
Wie war es mit all den Menschen, die mir in der Allee begegnet sind?
Habe ich den richtigen Leuten genügend Aufmerksamkeit geschenkt oder habe ich ich mich auch von Wichtigtuern und Wegelagerern unnötig aufhalten lassen?

Man kann schon ins Grübeln kommen, wenn man an einem grauen Novembertag eine Allee entlang geht und sich wieder einmal bewußt wird, daß man das vermutlich letzte Drittel seines eigenen Weges geht….

 

Wir sind durch Not und Freude
gegangen Hand in Hand;
vom Wandern ruhen wir
nun überm stillen Land.

Rings sich die Täler neigen,
es dunkelt schon die Luft.
Zwei Lerchen nur noch steigen
nachträumend in den Duft.

Tritt her und laß sie schwirren,
bald ist es Schlafenszeit.
Daß wir uns nicht verirren
in dieser Einsamkeit.

O weiter, stiller Friede!
So tief im Abendrot.
Wie sind wir wandermüde –
Ist dies etwa der Tod?


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