Sonntag, 2. November 2014

Allerseelen

 

Heute gedenkt die römisch katholische Kirche jener Verstorbener, die es noch nicht so ganz geschafft haben und sich im Fegefeuer befinden.
Fegefeuer – das hört sich ziemlich ungemütlich an, aber der lateinische Ausdruck “Purgatorium” hat dann doch wieder etwas Tröstlicheres. Es ist also keineswegs ein Ort ohne “Aufstiegsmöglichkeiten” und somit eine weitere Chance, ein Akt der Barmherzigkeit, um in allerletzter Sekunde aufrichtige Reue und Umkehr zu zeigen. So meine bescheidene untheologische Ansicht dazu.

Ein wirklich  Berufener hat dazu gesagt:

 

»Das Fegefeuer ist nicht eine Art von jenseitigem Konzentrationslager (wie bei Tertullian), in dem der Mensch Strafen verbüßen muss, die ihm in einer mehr oder weniger positivistischen Weise zudiktiert sind. Es ist vielmehr der von innen her notwendige Prozess der Umwandlung des Menschen, in dem er christus-fähig, gott-fähig und so fähig zur Einheit mit der ganzen Communio sanctorum wird.«

» Stellvertretende Liebe ist eine zentrale christliche Gegebenheit, und die Fegfeuerlehre sagt aus, dass es für diese Liebe die Todesgrenze nicht gibt. Die Möglichkeiten des Helfens und Schenkens erlöschen für den Christen mit dem Tod nicht, sondern umgreifen die ganze Communio sanctorum diesseits und jenseits der Todesschwelle«

Kardinal Joseph Ratzinger

 

Stellvertretende Liebe – d.h. für Katholiken:

Von Allerheiligen, 1. November, bis 8. November kann täglich einmal ein vollkommener Ablaß für die Verstorbenen gewonnen werden.
Bedingungen:
1. Beichte, wobei eine zur Gewinnung mehrerer vollkommener Ablässe genügt; entschlossene Abkehr von jeder Sünde; Kommunionempfang und Gebet nach Meinung des Heiligen Vaters.
2a. Am Allerseelentag (auch am 1. Nov. ab 12 Uhr): Besuch einer Kirche oder öffentlichen Kapelle, Vaterunser und Glaubensbekenntnis (in Hauskapellen können nur die zum Haus Gehörenden - Schwestern, Bewohner, Angestellte - den Ablaß gewinnen).
2b. Vom 1. bis zum 8. November: Friedhofsbesuch und Gebet für die Verstorbenen.
Fehlt die volle Disposition oder bleibt eine der Bedingungen unerfüllt, ist es ein Teilablaß für die Verstorbenen. Ein solcher kann in diesen und auch an den übrigen Tagen des Jahres durch Friedhofsbesuch wiederholt gewonnen werden. (Quelle)

 

Wäre eigentlich gar nicht so viel verlangt, um den Dies irae wenigstens für ein paar Seelen etwas leichter zu machen…

 

Jüngstes Gericht Lochner

 

Videodirektlink


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Schreiben Sie ruhig einen Kommentar, aber bleiben Sie höflich und sachlich.

 Spamer und Trolle werden umgehend in den Wald zurückgeschickt.

Kommentare zu Posts, welche länger als 7 Tage zurückliegen
oder größer als 700 Wörter sind, werden aus organisatorischen Gründen
nicht veröffentlicht.