Dienstag, 5. August 2014

Punktation!

 

Gib dem Gemauschel und der Freunderlwirtschaft einen vertraglich gesicherten Rahmen – so lautete die Devise nach den von der Fraktion sozialistischer Gewerkschafter (FSG) verlorenen Personalvertretungswahlen bei der Salzburg AG (ehemals Salzburger Stadtwerke, also eine Abteilung des Magistrats!) im Jahr 2011.
Das zugehörige rote Gesicht dieser schriftlich dokumentierten und hochgestochen Punktation genannten Parteibuchwirtschaft ist

August Hirschbichler, Vorstand der Salzburg AG.

Hirschbichler

Nun, als gelernter Österreicher und dank der Ära Burgstaller/Brenner/Haslauer ohnehin leidgeprüfter und vor allem leidensfähig gewordener Salzburger, hat man ja schon einiges an Mauscheleien und Postenschachereien miterleben müssen/dürfen (man erinnere sich nur an die Olympiabewerbung, Festspielskandal oder den ASKÖ Skandal) und nun hat uns also eine schöne Nachgeburt dieser Ära  eingeholt, die aber an unverfrorener Dummheit ihresgleichen suchen kann.
Obwohl – wenn ich kurz nachdenke, ich möchte ja nicht recherchieren müssen, wie im sogenannten Unternehmen Magistrat, der Landesregierung oder in anderen staatsnahen geschützten Werkstätten (beispielsweise dem ORF) seit Jahrzehnten die Posten vergeben werden. Qualifikation in Form von Können bzw. Leistung dürften da wohl eine eher untergeordnete Rolle spielen.
Man war oder ist halt in jenen Institutionen lediglich nicht so plemplem, diese bewährte und korrupte Form der Postenvergabe auch noch schriftlich zu dokumentieren. Sollte es derlei  Punktationen auch dort gegeben haben, sind sie sicherlich spätestens seit letztem Samstag verschwunden und somit - dank mangelnder Erinnerungsfähigkeit führender Politiker -  null und nichtig.

Womit wir bei dem armen David Brenner sind.
Er kämpfte schon seit jeher mit seinem Erinnerungsvermögen beziehungsweise seiner Uninformiertheit, sitzt jetzt bei der Firma KRONOS auf einem gutdotierten  Pöstchen und soll (es gilt die Unschuldsvermutung) im wahrsten Sinn des Wortes(!) federführend für die laut Aufsichtsratschef Christian Struber (ÖVP) “dumm formulierte” Punktation des August Hirschbichlers gewesen sein.

»…Aufsichtsratschef Christian Struber (ÖVP) sagt im SN-Gespräch: "Ein Köpferollen bringt jetzt nichts." Erst müsse es volle Aufklärung geben. Er verlangt aber eine öffentliche Entschuldigung von allen Beteiligten. " Ich glaube, dass es den Unterzeichnern und Verfassern gut anstünde, wenn sie sich in der Öffentlichkeit entschuldigten und sich davon distanzierten. Ich halte von diesem Papierchen absolut nichts. Es ist nur besonders dumm formuliert", sagt er….« (Quelle SN)

 

Nein, ein Köpferollen jetzt bringt tatsächlich nichts mehr.
Vielleicht könnte man ja eine neue Punktation verfassen, welche man dann in einen echten Vertrag also ein Gesetz umwandelt und die zum Inhalt hat, daß jeder der meint, mit einem Parteibuch –egal welchen Couleurs-bevorzugten Anspruch auf einen Posten zu haben, umgehend in die Wüste geschickt wird? Aber das wird wohl Wunschdenken bleiben; denn Postenschacher in Österreich hat seit Jahrzehnten Methode.
Daß manche aber auch noch so dummdreist sind, diese Freunderlwirtschaft unter dem Decknamen Punktation als “Verhaltenskodex” an die Chefs einzelner Abteilungen eines Betriebes (hier der ohnehin ziemlich roten Salzburg AG) auszugeben, das ist bisher einzigartig.


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